Online-Studie der Hans-Böckler-Stiftung: Mehr Weihnachtsgeld für sieben Millionen Menschen

Online-Studie der Hans-Böckler-Stiftung : Mehr Weihnachtsgeld für sieben Millionen Menschen

Millionen Menschen in Deutschland können sich auch in diesem Jahr auf Weihnachtsgeld freuen. Bei vielen Arbeitnehmern wird es sogar höher ausfallen als vor einem Jahr. Andere gehen allerdings leer aus.

Mehr als sieben Millionen Arbeitnehmer können in diesem Jahr mit einem höheren Weihnachtsgeld rechnen. "Wir haben in zahlreichen Branchen höhere Lohnabschlüsse. Das Weihnachtsgeld steigt, wenn es mit einem festen Prozentsatz an das Monatsentgelt gekoppelt ist", sagte der Leiter des gewerkschaftsnahen WSI- Tarifarchivs, Reinhard Bispinck, der Nachrichtenagentur dpa. So steige das Weihnachtsgeld zum Beispiel in den tarifgebundenen Unternehmen der Metall- und Elektroindustrie um 4,3 Prozent.

Wie viele Beschäftigte in Deutschland insgesamt ein Weihnachtsgeld von ihrem Arbeitgeber bekommen, lasse sich nicht genau beziffern, sagte Bispinck. Gemessen an der Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten könnte sich aber eine Größenordnung von etwa 14 Millionen Arbeitnehmern ergeben. "In Unternehmen mit Tarifvertrag sind es 70 Prozent und in Unternehmen ohne Tarifvertrag 42 Prozent. Das hat eine Online-Umfrage unter rund 17 000 Beschäftigten zwischen Mitte 2011 und Mitte 2012 ergeben", erklärte Bispinck.

Inflation verschont das Weihnachtsgeld

Der Anstieg des Weihnachtsgeldes werde nicht von der Inflation aufgefressen: "Bislang wurden für das Jahr 2012 Tariferhöhungen von durchschnittlich 2,7 Prozent vereinbart. Bei einer Inflationsrate von 2 Prozent bleibt im Schnitt ein kleines reales Plus von 0,7 Prozent beim Weihnachtsgeld", erläuterte der Tarifexperte. Aber nicht jeder Arbeitnehmer habe mehr Weihnachtsgeld in der Tasche. In einigen Branchen wie der Landwirtschaft von Bayern und dem Großhandel von Nordrhein-Westfalen stünden in den Tarifverträgen feste Beträge.

Arbeitnehmer in einem tarifgebundenen Unternehmen hätten bessere Karten in konjunkturell schlechteren Zeiten. "Wenn das Weihnachtsgeld im Tarifvertrag verankert ist, hat man einen Rechtsanspruch darauf", betonte er. Die Ausnahme sei, wenn ein tarifgebundenes Unternehmen in ernsthafte wirtschaftliche Schwierigkeiten gerate. Auf die Lohnabschlüsse der zurückliegenden zwei Jahre habe sich der Konjunkturaufschwung positiv für die Beschäftigten ausgewirkt - auch in Form eines höheren Weihnachtsgeldes. Für eine Prognose, wie es 2013 weitergehen werde, sei es aber noch zu früh, sagte Bispinck.

(dpa)
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