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Syrien-Krise: Märkte stabilisieren sich nach Erschütterung

Syrien-Krise : Märkte stabilisieren sich nach Erschütterung

Nach hektischen Tagen atmen Anleger und Händler an den Börsen erstmal durch. Das Abwarten des Westens vor einem Militärschlag gegen Syrien entspannt auch die Lage an den Märkten kurzzeitig.

Nach Tagen mit herben Verlusten im Zuge des Syrien-Konflikts haben sich die internationalen Finanzmärkte leicht stabilisiert. Die Kurse an den europäischen Börsen lagen am Donnerstag im Handelsverlauf knapp im Plus, auch der deutsche Leitindex Dax stieg geringfügig.

In den vergangenen beiden Tagen war der Dax aus Sorge vor einem internationalen Militäreinsatz gegen Syrien um mehr als 3 Prozent abgesackt. Die Ölpreise fielen nach dem starken Anstieg an den vergangenen Handelstagen wieder etwas zurück.

Am Vortag hatte die Sorge vor einer Eskalation des Syrien-Konflikts den US-Ölpreis noch auf den höchsten Stand seit mehr als zwei Jahren steigen lassen. Die Frage eines Militärschlags sei auch weiter das beherrschende Thema am Ölmarkt, sagten Händler. Sie nannten für den Rückgang der Ölpreise am Donnerstag auch die Zunahme der Ölreserven in den USA als Grund für den Verkaufsdruck.

Die Indische Rupie, die von einigen Beobachtern als Gradmesser für die globale Marktlage betrachtet wird, konnte sich am Donnerstag spürbar erholen. Zeitweise stieg sie um 1,7 Prozent auf 67,7 Rupien je Dollar. Noch am Mittwoch war die indische Landeswährung um drei Prozent auf ein neues Rekordtief eingebrochen und hatte den größten Tagesverlust sei zwanzig Jahren verbucht.

Viele südostasiatische Währungen sind in den letzten Wochen stark unter Druck geraten und auf mehrjährige Tiefstände gefallen. Schwache Währungen in Kombination mit höheren Ölpreisen belasten insbesondere Volkswirtschaften wie Indien, die viele Güter - vor allem Energie - importieren müssen und deswegen hohe Leistungsbilanzdefizite aufweisen.

Auch die Börsen in Japan, Indien, Indonesien, Malaysia und Thailand atmeten durch. Staatsanleihen vieler aufstrebender Länder legten ebenfalls zu, der Risikoaufschlag ermäßigte sich dementsprechend.

Bankanalysten begründeten die Entspannung mit der zumindest aufgeschobenen Militärintervention westlicher Staaten in Syrien. Die USA, Großbritannien und Frankreich wollen zunächst die Untersuchung von UN-Inspekteuren abwarten und Beweise für die Schuld des syrischen Regimes an einem Giftgasangriff sehen.

Die Syrien-Krise hatte die Turbulenzen an den Finanzmärkten vieler aufstrebender Länder am Dienstag und Mittwoch verstärkt. Bereits seit Wochen sorgt die sich abzeichnende geldpolitische Wende in den USA für einen massiven Kapitalabzug aus zahlreichen Schwellenländern.

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Unterdessen stemmen sich die Notenbanken Südostasiens gegen den Verfall ihrer Landeswährungen. Die Notenbank Indiens kündigte am späten Mittwochabend an, den staatlichen Ölunternehmen mit Devisentauschgeschäften (Swaps) US-Dollar zur Verfügung stellen zu wollen.

Die hohen Ölimporte Indiens sind ein entscheidender Grund für die starke Dollar-Nachfrage im Land. Die Notenbank Indonesiens hob am Donnerstag ihren Leitzins an, um die heimische Währung für ausländische Investoren attraktiver zu machen. Auch die Zentralbank der größten lateinamerikanischen Volkswirtschaft Brasilien erhöhte ihren Leitzins.

(dpa)