Libra: Finanzministerium sieht Facebook-Geld Libra offenbar als Bedrohung

Facebook-Geld : Finanzministerium sieht Libra offenbar als Bedrohung für den Euro

Schon im ersten Halbjahr 2020 soll Libra das Licht der Öffentlichkeit erblicken. Doch das Bundesfinanzministerium sieht einer Zeitung zufolge Facebooks geplante digitale Währung als Bedrohung für den Euro.

Es bestehe ein Risiko für die staatliche Hoheitsgewalt, berichtete "Bild" (Dienstagausgabe) vorab unter Berufung auf ein internes Papier des Ministeriums. "Ein 'Wettbewerb' zwischen staatlicher und privater Währung könnte sich negativ auf das Währungsmonopol der EZB auswirken", zitiert die Zeitung daraus. Gemeinsam mit der Bundesbank solle die Bundesregierung prüfen, "wie eine Etablierung als echte Alternative zur staatlichen Währung verhindert werden kann". Auch die Finanzministerien in den USA, Großbritannien und Frankreich sähen die Pläne von Facebook "durchaus kritisch".

Eine Stellungnahme des Finanzministeriums lag zunächst nicht vor. Facebook hatte im Juni angekündigt, Libra in der ersten Hälfte des kommenden Jahres einführen zu wollen. Das weltgrößte soziale Netzwerk sieht sich wegen der Pläne Kritik ausgesetzt. Der zuständige Facebook-Manager David Marcus soll am Dienstag und Mittwoch vor dem Bankenausschuss des US-Senats für das Projekt werben. Dabei will er einem voraus veröffentlichten Redemanuskript zufolge erklären, dass Libra nicht als Konkurrent zu staatlichen Währungen gedacht sei. Die neue Währung werde nicht eingeführt, bis alle regulatorischen Bedenken ausgeräumt und Genehmigungen eingeholt seien.

(felt/Reuters)
Mehr von RP ONLINE