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Anleger jagen Florian Homm: Kopfgeld auf Spekulanten ausgesetzt

Anleger jagen Florian Homm : Kopfgeld auf Spekulanten ausgesetzt

Er soll Anleger in Millionenhöhe geprellt haben und befindet sich seit Jahren auf der Flucht. Nun haben ehemalige Investoren laut Medienberichten ein Kopfgeld auf Florian Homm ausgesetzt. Auf einen schillernden Hedgefonds-Manager, der einst mit einem Aktieneinstieg bei Borussia Dortmund von sich reden machte.

Wie sowohl "Capital" als auch die "Financial Times Deutschland" berichten, hat eine Gruppe von Anlegern einen Privatermittler engagiert, der Homm zurückholen soll. Dieser und die Auftraggeber bieten für Hinweise auf den Aufenthaltsort des früheren Finanzgurus ein Kopfgeld von 1,1 Millionen Euro.

Homm war vor viereinhalb Jahren ganz plötzlich verschwunden. Wie die "Financial Times Deutschland" berichtet, soll Homm fünf verschiedene Pässe haben. Zuletzt gesehen wurde er damals in einem In-Club in Zürich. Seither wird er gesucht, auch in den USA, wo vor einem Jahr Anklage gegen ihn erhoben wurde. Die US-Börsenaufsicht wirft ihm laut dem Bericht vor, zusammen mit zwei Partnern seit September 2005 63 Millionen Dollar ergaunert zu haben.

Sollte Homm allerdings von den USA gefasst und ins Gefängnis wandern, dann glaubten die Auftraggeber ihre Millionen verloren, berichtet auch "Capital". Daher sei das Kopfgeld ausgesetzt worden. "Wir stellen ihn vor die Wahl: Das veruntreute Geld rausrücken, oder wir liefern ihn den amerikanischen Behörden aus", so Ermittler Josef Riesch gegenüber dem Magazin.

Ein Überfall, Talkshows und Mallorca

Doch wer ist dieser Mann, der seit Jahren untergetaucht ist und doch hin und wieder in Europa, ja sogar in der Schweiz aufgetaucht sein soll? Homm ist ein Großneffe des Versandhauskönigs Josef Neckermann. Laut "Financial Times Deutschland" erhielt er mit 23 Jahren ein Engagement bei der Investmentbank Merril Lynch. Später machte er sich selbstständig, gründete die Fondsverwaltungsfirma ACM, mit der er die Anleger geprellt haben soll.

Im Jahr 2008 schrieb "Capital" über Homm, er habe Kunden und Mitarbeitern ein Blatt Papier hinterlassen, in dem er seinen sofortigen Rückzug aus dem Fonds verkündete. Auch sein Geld zog er laut dem Bericht sofort ab - für viele sei das alles völlig überraschend gekommen. Dabei war Homm schon im Visier der Bankenaufsicht Bafin. Laut verschiedenen Medienberichten wurde er wegen einer Attacke auf den Immobilienkonzern WCM (er setzte auf fallende Kurse und redet die Unternehmen schlecht) zu einer Geldstrafe verurteilt.

Doch nicht nur im Geschäftsleben war er eine schillernde Figur, auch wenn immer alles miteinander zusammenhing. In Venezuela etwa wurde er im Jahr 2006 niedergeschossen, nachdem er von Straßenräubern überfallen worden war. Gern trat er in Talkshows auf und gab sich als der Kenner des Finanzbusiness. "Ich war eine wichtige Figur bei 60 Börsengängen", zitiert in etwa "Capital". Gewohnt hat er vor allem auf Mallorca.

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Wirklich Aufmerksamkeit erzielte er aber mit seinem Einstieg als Aktionär bei Borussia Dortmund. Er wurde mit 25 Prozent Anteil Großaktionär des Vereins - und spuckte große Töne: "Ohne mein Investment wäre der Verein reif für die Regionalliga", zitieren ihn verschiedene Medien damals.

(das)