Klimaschutz: Was bei Öko-Anleihen zu beachten ist

Alternative Investments : Was genau bedeutet eigentlich Green Finance?

Um ihren Anteil zum Klimschutz zu leisten, geben Staaten, Förderbanken oder Unternehmen grüne Anleihen heraus. Bei den Anlegern werden sie immer beliebter. Doch vor einem Investment sollten einige Dinge beachtet werden.

Der Klimaschutz hat die Finanzmärkte längst erreicht. Öko ist im Trend. Förderbanken oder Konzerne geben schon seit Jahren Öko-Anleihen heraus; und versuchen so, ihren Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Bei den Anlegern kommt es an, für sie werden grüne Anleihen immer reizvoller. Wir haben einige Informationen zu grünen Geldanlagen zusammengestellt.

Was bedeutet Green Finance?

Beim Green Finance sollen gezielt Investitionen unterstützt werden, die der Umwelt und der Gesellschaft zugutekommen. Die Idee für Anleger: Sie können Geld anlegen und dadurch noch einen Beitrag zum Klima- oder Umweltschutz leisten; obendrauf gibt es noch eine (ordentliche) Rendite.

Welche grünen Anlageprodukte gibt es? Eine Einordnung nachhaltiger Geldanlage-Produkte ist schwierig. Denn feste Standards, an die sich die Anbieter halten müssen, fehlen. Das führt dazu, dass jeder Anbieter grüne Produkte anders interpretiert, wodurch der Markt für diese Finanzprodukte unübersichtlich ist.

Vier Anlageansätze werden grundsätzlich unterschieden: Gezielte Investition: Öko-Fonds investieren gezielt in nachhaltig agierende Unternehmen und Branchen investiert. Zum Beispiel nur im Bereich der erneuerbaren Energien oder ökologischen Landwirtschaft.

Ausschlusskriterien: Anlagemöglichkeit sind die Produkte, die bestimmte Branchen ausschließen; zum Beispiel Waffen- oder Tabakfirmen.

Best-in-Class-Strategie: Anbieter suchen die Unternehmen aus, die in ihrer Branche am nachhaltigsten agieren. Dies kann dazu führen, dass auch Investitionen in Kohlekraftwerke oder Ölfirmen möglich sind. Die Idee dahinter: Die nicht-berücksichtigten Unternehmen sollen so animiert werden, nachhaltiger zu agieren.

Engagement: Zudem gibt es Fondsgesellschaften, Versicherungen oder Banken, die über den direkten Dialog mit Aktiengesellschaften oder über ihr Stimmrecht als Aktionär versuchen, Umwelt- oder Sozialstandards in die Unternehmenspolitik zu integrieren und durchzusetzen. Oft werden die verschiendenen Ansätze bei Öko-Investmentfonds von den Anbietern auch miteinander kombiniert.

Worauf sollten Anleger achten? „Anleger lassen sich oft vom schönen Profuktnamen einer grünen Anlage leiten“, sagt Thomas Mai, Finanzexperte bei der Verbraucherzentrale Bremen. „Es gibt zum Beispiel Anlagen, die erst einmal nach etwas Handfestem klingen und zum Beispiel mit einen schönen Namen wie ,Wald-Investment´ bezeichnet werden, aber oftmals besondere Risiken bilden.“ Zum Teil gelte dies für Anbieter aus dem Ausland, wo aufgrund lascherer rechtlicher Rahmenbedigungen weniger intensiv kontrolliert wird, ob die geplanten Projekte der Öko-Anlage (zum Beispiel der Kampf gegen das Waldsterben) wirklich umgesetzt werden. Anleger können so Gefahr laufen, in ein Produkt zu investieren, das nachhaltige Projekte verspricht, die in Wirklichkeit aber gar nicht verfolgt werden.

Mai rät Anlegern grüner Produkte deshalb, „genauestens zu prüfen, auf wen oder was er sich einlässt“, sagt er. Anleger sollten außerdem die Sinnhaftigkeit der Projekte klären; sich also fragen, ob die Anleihen wirklich zur Bewältigung von Umweltproblemen beitragen. Ein Indiz für die Glaubwürdigkeit können Zertifizierungen sein. Das Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG) vergibt seit 2015 das FNG-Siegel für nachhaltige Fonds, das bereits mehr als 100 Fonds erhalten haben.

Wie lassen sich Risiken minimieren? Wem einzelne Anleihen zu riskant sind, kann auf Öko-Fonds („Green-Bond-Fonds“), setzen. Diese sind breiter angelegt. Allerdings ist zu beachten, dass höhere Gebühren anfallen. „Wer den Fonds über die Hausbank kauft, muss zudem mit einem Ausgabeaufschlag rechnen“, sagt Mai. Er rät Anlegern zudem zu einer breiten Streuung der Investments, anstatt alles auf ein „grünes Pferd zu setzen“. Das Ziel für Anleger laute stets, ein faires Verhältnis zwischen Risiko und Rendite des Investments zu finden. „Und wenn das Produkt dann noch nachhaltig ist, ist es optimal“, sagt Mai.

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