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Jahresrückblick 2013: Das Jahr der sinkenden Benzinpreise

Jahresrückblick 2013 : Das Jahr der sinkenden Benzinpreise

Passend zum Weihnachtsfest und Jahreswechsel gibt es gute Nachrichten für die leidgepürften Autofahrer: Benzin und Diesel werden 2013 günstiger sein als im gesamten Vorjahr. Gründe für die Entwicklung gibt es einige.

Sinkende Spritpreise, Entspannung an den Zapfsäulen, Jahrestiefststand — Begrifflichkeiten, die Autofahrer in Bezug auf Benzin und Diesel nur noch aus längst vergessenen Tagen kennen. In den vergangenen Jahren kannte die Entwicklung auf dem Tankstellenmarkt nämlich nur eine Richtung: stetig nach oben.

Doch seit einigen Wochen und Monaten dürften sich die Autofahrer zwischen Flensburg und Garmisch-Partenkirchen beim Blick auf die Anzeigentafeln mehr als einmal verwundert die Augen gerieben haben. Haben sich die Benzinpreise tatsächlich auf einem stabilen Niveau eingependelt? Mehr noch: Sie fallen leicht?

E10 ist fünf Cent günstiger

Passend zum Weihnachtsfest rauschte Anfang Dezember diese Meldung rein: Schon jetzt ist nach Angaben des ADAC absehbar, dass sowohl Superbenzin als auch Diesel im Jahr 2013 günstiger sein werden als im gesamten Vorjahr.

Nach dem bisherigen Jahresverlauf liegt der Preis für Super E10 bei 1,553 Euro. Im vergangenen Jahr lag der Durchschnittspreis bei 1,598 Euro — fast fünf Cent höher. Noch deutlicher ist die Differenz beim Selbstzünderkraftstoff: 2012 waren im Jahresmittel für einen Liter 1,478 Euro fällig, für 2013 sind es nach bisherigem Stand 1,421 Euro. Ein Unterschied von fast sechs Cent.

Tiefststand im November

Noch steht die ADAC-Auswertung des Monats Dezember aus. Doch fest steht bislang, dass in keinem anderen Monat des laufenden Jahres Benzin so günstig war wie im November. Demnach kostete ein Liter Super E10 im Schnitt 1,505 Euro. Der durchschnittliche Dieselpreis betrug 1,402 Euro. Damit bleibt der Juni 2013 (1,400 Euro/Liter) mit hauchdünnem Vorsprung der preiswerteste Tankmonat des laufenden Jahres für Dieselfahrer.

Günstigster Benzin-Tanktag des Jahres bisher war der 7. November. Im Tagesmittel kostete ein Liter E10 1,483 Euro. Dieselfahrer konnten einen Tag später, am 8. November, mit 1,389 Euro am preiswertesten im abgelaufenen Monat tanken. Vergessen sind die Rekordpreise aus dem vergangenen Jahr, die zu einem kollektiven Stöhnen und Murren an den Zapfsäulen geführt haben.

Rohöl, Euro, Krisenherde

Doch woran liegt es, dass Autofahrer an der Tankstellenkasse nun wieder etwas weniger tief ins Portemonnaie greifen müssen? Gründe gibt es einige. Zum einen habe sich laut ADAC-Sprecher Andreas Hölzel der Preis für Rohöl stabilisiert. "Es gab keine Verteuerungen auf dem Weltmarkt." Lag das Barrel der Nordseesorte Brent Anfang September noch bei knapp 110 Dollar, wird sie auf dem Rotterdamer Großmarkt mit 94 Dollar gehandelt.

Zum anderen nennt Hölzel die mittlerweile erstarkte Gemeinschaftswährung der EU. "Der Euro ist derzeit sehr stark im Vergleich zum US-Dollar. Auch das hat seine Auswirkungen." Da Rohöl am Weltmarkt in US-Dollar gehandelt wird, ist für den Benzinpreis laut ADAC auch ausschlaggebend, wie stark oder schwach die Währung aktuell ist. Seit Juli hat der Euro gegenüber dem Dollar deutlich aufgewertet. "Das macht den Einkauf von Rohöl in der US-Währung für den Euro-Raum günstiger", sagen Experten.

"Markttransparenzstelle für Kraftstoffe"

Der Mineralölwirtschaftsverband erklärte jüngst, dass derzeit "zuvor preisbelastende Faktoren wie eine drohende internationale Eskalation des Syrien-Kriegs" in den Hintergrund gerückt seien. Krisen in erdölfördernden Ländern im Nahen Osten sorgen immer wieder indirekt für einen Anstieg der Benzinpreise.

Und welche Rolle spielt die im September vom Bundeskartellamt gestartete "Markttransparenzstelle für Kraftstoffe"? Schließlich erhoffen sich Politik und Verbraucherverbände, dass die Autofahrer beim Tanken künftig leichter die Benzinpreise vergleichen können. Die Informationen sind seit einigen Monaten über das Internet, Smartphone-Apps und Navigationssysteme abrufbar.

ADAC mit besinnlichem Fazit

Der ADAC-Sprecher ist in seiner Bewertung noch vorsichtig: "Grundsätzlich lassen sich zwei Dinge festhalten: Bei der neuen Meldestelle ist es noch zu früh für eine Beurteilung. Zweitens ist jede Veränderung auf dem Tankstellenmarkt zunächst positiv zu bewerten. Von der neuen Meldestelle erhoffen wir uns viel."

Und so kommt der ADAC-Sprecher zu einem besinnlichen Fazit: Mit der Entwicklung der Benzin- und Dieselpreise in 2013 hätten die Autofahrer in Deutschland ausnahmsweise wenig Grund, sich zu beschweren. Und wer weiß - vielleicht sinken sie im neuen Jahr weiter...

Alle unsere Texte zum Jahresrückblick finden Sie nach und nach hier.

Hier geht es zur Infostrecke: Die Preise von 2012 bis 2013

(nbe)