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Starke Anleihe-Auktionen nach S&P-Rundumschlag: Investoren greifen bei Spanien und Frankreich zu

Starke Anleihe-Auktionen nach S&P-Rundumschlag : Investoren greifen bei Spanien und Frankreich zu

Frankreich hat seinen ersten richtigen Härtetest nach dem Verlust der Spitzenbonität erfolgreich über die Bühne gebracht. Investoren griffen am Donnerstag beherzt bei einer Versteigerung von Anleihen mit Laufzeiten bis 2014, 2015 und 2016 zu. Das Land konnte insgesamt knapp 8 Milliarden Euro einsammeln und sein Platzierungsziel somit problemlos erreichen. Auch Spanien konnte seine Anleihen problemlos paltzieren.

Die Zinsen, die Frankreich bieten musste, gingen in allen Laufzeitbereichen deutlich zurück. Die Nachfrage nach den Titeln hätte ausgereicht, um mindestens das Doppelte Volumen am Markt unterzubringen.

Nachdem die Ratingagentur Standard & Poors am vergangenen Freitag Frankreichs Top-Bonität "AAA" kassiert hatte, stand die heutige Anleiheauktion unter besonderer Beobachtung. Obwohl die Rating-Entscheidung laut Experten abzusehen gewesen und an den Finanzmärkten bereits weitgehend eingepreist war, wurde vor der Auktion von einigen Analysten durchaus Enttäuschungspotenzial ausgemacht.

Am Dienstag hatte Frankreich bereits zu deutlich gesunkenen Zinsen 8,6 Milliarden Euro mit Geldmarktpapieren bei Anlegern aufgenommen. Nach bisherigem Stand scheinen die S&P-Herabstufungen Investoren wenig beeindruckt zu haben: Auch eine 1,5 Milliarden Euro schwere Geldmarktauktion des Euro-Rettungsschirms EFSF am Dienstag verlief ausgesprochen erfolgreich. Nach der Herabstufung Frankreichs und Österreichs hatte auch der Krisenfonds seine Spitzenbonität eingebüßt.

Anleihe-Experten erklären die starke Nachfrage bei Versteigerungen kurzer Laufzeiten am Primärmarkt unter anderem mit einer Geldspritze der Europäischen Zentralbank (EZB): Viele Geschäftsbanken hätten aufgrund der günstigen Dreijahreskredite, die die EZB ihnen im Dezember ausgereicht hatte, ausreichend liquide Mittel. Kurzfristige Staatsschuldverschreibungen stellten dafür eine gute Parkmöglichkeit dar. Darüber hinaus hatte sich die Lage am Sekundärmarkt, wo bestehende Staatstitel gehandelt werden, zuletzt spürbar aufgehellt. Die Renditen waren auch hier deutlich rückläufig gewesen.

Spanien gelingt Auktion

Auch Spanien besteht die Vertrauensfrage: Trotz der Bonitäts-Herabstufung durch die Ratingagentur Standard & Poors (S&P) hat Spanien ebenfalls problemlos Geld bei Investoren aufgenommen. Eine Auktion von Anleihen spülte am Donnerstag 6,6 Milliarden Euro in die Staatskasse, wie aus offiziellen Angaben des spanischen Schatzamts hervorgeht. Damit wurde das Ziel von 4,5 Milliarden Euro deutlich übertroffen.

Zudem gingen die Refinanzierungskosten erheblich zurück: Bei den richtungsweisenden Zehnjahrespapieren sanken die Zinsen gegenüber der letzten vergleichbaren Auktion im November von 6,97 auf 5,40 Prozent.
Die Nachfrage ließ ebenfalls nicht zu wünschen übrig. Die angebotenen Titel waren 2,01-fach bis 3,24-fach überzeichnet.

Die Ratingagentur S&P hatte die Kreditwürdigkeit Spaniens am vergangenen Freitag um zwei Noten auf "A" heruntergestuft. Die viertgrößte Euro-Volkswirtschaft ist vor dem Hintergrund der europäischen Schuldenkrise wegen ihres angeschlagenen Bankensektors und einer Immobilienblase in Schieflage geraten.

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(dpa)