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Teures Wohnen: In sieben Großstädten steigen die Mieten spürbar

Teures Wohnen : In sieben Großstädten steigen die Mieten spürbar

In Düsseldorf, Köln, Frankfurt, Stuttgart, München, Hamburg und Berlin ziehen auch die Immobilienkaufpreise stark an.

Die Zinsen sind extrem niedrig, die Einkommen steigen: Deshalb sind Immobilien aus Sicht des Immobilienverbands IVD derzeit trotz leicht steigender Preise erschwinglicher als jemals zuvor. Das gilt vor allem für begehrte Stadtteile der Metropolen und einige Regionen, wo die Nachfrage nach Miet- und Wohneigentum ungebrochen hoch ist.

Dennoch sieht die Immobilienwirtschaft derzeit noch keine Anzeichen für Preisblasen. Denn die Branche habe mit dem verstärkten Bau neuer Wohnungen reagiert und die Nachfrage nach Immobilienkrediten sei immer noch vergleichsweise moderat, teilte der Zentrale Immobilien Ausschuss (ZIA) gestern in Berlin in seinem Frühjahrsgutachten für die Bundesregierung mit.

Insgesamt glauben die im ZIA vereinigten Wohnungswirtschaftsverbände an ein Ende der anziehenden Mietpreise. Der Anstieg der Mieten habe sich 2014 im Vergleich zum Vorjahr im westdeutschen Durchschnitt bereits von 3,3 auf 2,7 Prozent verlangsamt, so der ZIA. Im Osten sei der Mietanstieg von 2,5 Prozent 2013 gegenüber dem Vorjahr auf 1,9 Prozent 2014 gegenüber 2013 zurückgegangen. "Von einer Preisblase kann in Deutschland aktuell keine Rede sein", so der ZIA, der für 37 000 Unternehmen spricht.

Teures Wohnen: In sieben Großstädten steigen die Mieten spürbar
Foto: Empirica/Grafik: Müller

In Metropolen und Top-Regionen bleibt die Lage für Mieter und Käufer jedoch angespannt. In diesen "Schwarmstädten" sei die Nachfrage nach Wohnungen wesentlich größer als das Angebot. "Neben der hohen Nachfrage treiben auch höhere Preise für Bauland, strengere Regulierung und immer schärfere Vorgaben bei der Energieeffizienz die Kaufpreise und Mieten", sagte ZIA-Präsident Andreas Mattner. So stiegen die Kaufpreise für Wohnungseigentum 2014 im Westen um 5,5 Prozent - und damit stärker als die Mieten.

Am stärksten legten die Mieten 2014 in München mit 3,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu, so der ZIA. In Berlin stiegen sie um 2,4, in Köln und Stuttgart um 2,3 sowie in Hamburg um 1,1 Prozent. In Frankfurt (minus 1,2 Prozent) und Düsseldorf (minus 0,6 Prozent) gingen sie sogar leicht zurück. Die Kaufpreise für Eigentum stiegen dagegen in Düsseldorf am deutlichsten an, und zwar um 11,1 Prozent.

Aus Sicht des IVD ist derzeit trotzdem der ideale Zeitpunkt für den Kauf des Eigenheims. "Wichtig für die Betrachtung der Leistbarkeit einer Immobilie sind nicht nur die Preise", sagte IVD-Vizepräsident Jürgen Michael Schick in Frankfurt. Für das Gesamtbild sei auch entscheidend, dass die Bauzinsen 2014 nochmals deutlich fielen, während die Löhne vergleichsweise stark stiegen. Insgesamt sei die monatliche Belastung eines Kredites damit gesunken. Dieser Trend werde sich 2015 vermutlich nicht fortsetzen.

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Nach den Zahlen des IVD ist Wohneigentum derzeit in keiner anderen Großstadt so erschwinglich wie im Osten Berlins. "Ein durchschnittlicher Haushalt muss im Ostteil der Hauptstadt rund 18 Prozent seines Einkommens zur Finanzierung der eigenen vier Wände ausgeben. Dies entspricht rund 620 Euro im Monat", sagte Schick. Auch in Dresden (Einkommensbelastung: 18,5 Prozent) und Leipzig (18,9) sei die Finanzierung einer Immobilie vergleichsweise leicht zu stemmen.

Ganz anders sieht es in München aus. Dort muss ein Haushalt im Schnitt fast 43 Prozent des Einkommens für die Immobilienfinanzierung ausgeben. In Frankfurt (33), Stuttgart (32) und Düsseldorf (32) frisst die Finanzierung der eigenen vier Wände ein Drittel des Einkommens auf.

(mar)