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Kampf gegen Hinterzieher: Immer mehr Selbstanzeigen von Steuersündern

Kampf gegen Hinterzieher : Immer mehr Selbstanzeigen von Steuersündern

Während die EU-Staatschefs das Bankgeheimnis bis Ende des Jahres komplett abgeschafft haben wollen, wollen immer mehr deutsche Steuerhinterzieher mit einer Selbstanzeige im Nachhinein reinen Tisch machen.

Nach dem Scheitern des deutsch-schweizerischen Steuerabkommens und unter wachsendem Druck der Behörden haben sich in vielen Bundesländern in diesem Jahr deutlich mehr Steuer-Betrüger selbst angezeigt. Dies ergab eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur. Nordrhein-Westfalen verzeichnete bis Anfang Mai bereits mehr als 700 Anzeigen, das ist etwa dreimal so viel wie im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

In mehreren Ländern nähert sich die Zahl der Anzeigen schon jetzt dem Niveau des gesamten Jahres 2012. Das rheinland-pfälzische Finanzministerium vermutet auch eine Verbindung mit dem Wirbel um FC-Bayern-Präsident Uli Hoeneß.

Bankgeheimnis soll ganz verschwinden

Unterdessen soll das Bankgeheimnis in der EU nach dem Willen der EU-Staats- und Regierungschefs bis Jahresende komplett verschwinden. Verhandlungen mit Drittstaaten wie der Schweiz oder Monaco zum Schließen weiterer Steuerschlupflöcher sollten bis dahin abgeschlossen sein, sagten EU-Diplomaten kurz vor dem Gipfel an diesem Mittwoch in Brüssel. Das Vorgehen gegen Steuerhinterziehung und -betrug ist zentrales Thema des eintägigen Spitzentreffens. Die meisten EU-Staaten tauschen bereits im Rahmen des Zinssteuergesetzes Informationen über Bankdaten von EU-Bürgern aus anderen Ländern aus.
Luxemburg und Österreich erheben stattdessen eine Quellensteuer.

(dpa/felt)