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Studie: Immer mehr Junge im Niedriglohn-Sektor

Studie : Immer mehr Junge im Niedriglohn-Sektor

Die Ausweitung des Niedriglohn-Sektors in der deutschen Wirtschaft trifft Jugendliche und junge Erwachsene einer Studie zufolge besonders hart. Eine Langzeitanalyse zeige, dass der Anteil unter den Jüngeren bis 35 Jahren, die eine Lohn unterhalb der Niedriglohnschwelle erhielten, zwischen 1995 und 2010 "doppelt so stark gestiegen" ist wie für die sozialversicherungspflichtig Beschäftigten insgesamt, teilte das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) am Donnerstag in Berlin mit.

Der Anteil der Geringverdiener insgesamt sei zwischen 1995 und 2010 um rund 50 Prozent gestiegen, teilte das DIW mit. 2010 hätten rund 21,4 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten einen Stundenlohn unterhalb der Niedriglohnschwelle erhalten. Bei den Jüngeren bis 35 Jahren hingegen wuchs den Angaben zufolge der Anteil der Geringverdiener im Untersuchungszeitraum um fast 70 Prozent. Demnach bekamen unter den Unter-35-Jährigen 2010 rund 29,3 Prozent einen Niedriglohn.

Die Untersuchung zeigte jedoch auch, dass es für junge Geringverdiener leichter ist, in besser bezahlte Jobs aufzusteigen, als für Bezieher von niedrigen Löhnen insgesamt. Im Zeitraum zwischen 2006 bis 2010 etwa sei es 42,5 Prozent der Jüngeren gelungen, in höher bezahlte Jobs aufzusteigen, teilte das DIW mit. Bei den Geringverdienern insgesamt habe der Anteil der Aufsteiger rund über 30 Prozent betragen.

(AFP)