1. Wirtschaft
  2. Finanzen

HSBC Trinkaus wird zu 100 Prozent britisch

Düsseldorfer Bank : HSBC Trinkaus wird zu 100 Prozent britisch

Die Landesbank Baden-Württemberg verkauft ihren Anteil von 18,66 Prozent an der traditionsreichen Bank an den britischen Mutterkonzern. Mehr als 250 Millionen Euro lassen sich die Briten das kosten. Die Kleinaktionäre sollen herausgedrängt werden.

Paukenschlag bei HSBC Trinkaus: Die traditionsreiche Bank, deren Zentrale an der Düsseldorfer Königsallee liegt, kommt vollständig in die Hände des britischen Bankkonzerns HSBC. HSBC hat am Montagabend mit der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) vereinbart, deren Aktienpaket in Höhe von 18,66 Prozent des Grundkapitals an der HSBC Trinkaus (HSBC Deutschland) zu kaufen, wie die Bank mitteilte. Dadurch erhöht sich der Anteil von HSBC an der Düsseldorfer Bank auf über 99 Prozent.

Der Mutterkonzern plant darüber hinaus, die verbleibenden Kleinaktionäre „gegen eine angemessene Barabfindung“, wie es in der Mitteilung weiter heißt, aus der Bank zu drängen und einen Squeeze-out durchzuführen. Hierzu soll rasch eine Hauptversammlung durchgeführt werden. Damit wird HSBC Deutschland in den kommenden Monaten zu einer 100-prozentigen Tochter des globalen Bankkonzerns.

Über den Kaufpreis vereinbarten beide Seiten Stillschweigen. Laut Branchenkreisen dürfte er über 250 Millionen Euro liegen. In Düsseldorf dürfte man froh sein über diesen Schritt. Nun kann die von Carola von Schmettow geführte HSBC Deutschland selbstbewusster auftreten, zudem werden Entscheidungen in der Bankengruppe über Gewinnverwendung und Investitionen erleichtert.

Erleichtert dürfte man in Düsseldorf auch zur Kenntnis nehmen, dass der britische Mutterkonzern trotz der Corona-Pandemie bereit ist, Geld für die deutsche Tochter in die Hand zu nehmen. Zuletzt hatte er verstärkt versucht, Mittel aus Europa nach Asien umzuschichten, wo die Corona-Krise zunächst besonders tiefe Spuren in Industrie und Banken hinterlassen hat.

HSBC Deutschland hatte im Februar erklärt, dass bis 2021 Hunderte der 3100 Stellen wegfallen sollen. Im vergangenen Jahr war der Gewinn um 15,4 Prozent auf 145 Millionen Euro eingebrochen.