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Deutsche Börse: Hoffnung auf Fed-Geldflut hilft Dax ins Plus

Deutsche Börse : Hoffnung auf Fed-Geldflut hilft Dax ins Plus

Spekulationen auf länger laufende Konjunkturhilfen der US-Notenbank haben dem Dax am Montag knapp ins Plus geholfen. Der Leitindex ging 0,2 Prozent höher bei 8435 Zählern aus dem Handel.

"Ausschlaggebend war wohl tatsächlich, dass die US-Auftragsdaten ordentlich enttäuscht haben", sagte ein Händler. Die US-Industrie hat im Juli den stärksten Auftragseinbruch seit fast einem Jahr verzeichnet.

In Reaktion auf die Statistik setzten Spekulationen ein, dass die Fed wohl nicht schon im September beginnen werde, den Geldhahn zuzudrehen. "So bizarr es eigentlich ist, aber schlechte Konjunkturdaten gefallen dem Markt im Moment", so der Händler.

An der Wall Street notierte der Dow-Jones-Index der Standardwerte zum europäischen Handelsschluss 0,2 Prozent im Plus, die Technologiebörse Nasdaq lag 0,5 Prozent höher. Marktstratege Jörg Rahn von Marcard, Stein & Co wies darauf hin, dass viele wichtige Investoren noch gar nicht wieder aktiv seien.

Deshalb sei der Handel im Moment besonders spekulativ. "Computer machen keinen Urlaub", so Rahn. "Aber viele große Player kommen erst nach dem Labour Day wieder. Dann werden die Weichen neu gestellt." Der US-Feiertag ist am 2. September.

Aufwärts ging es derweil für die Aktien des weltgrößten Biotech-Konzerns Amgen, der am Montag die zehn Milliarden Dollar teure Übernahme des kleineren Rivalen Onyx bekannt gab. Amgen-Aktien stiegen um neun Prozent, Onyx um 5,7 Prozent.

Italienische Börse auf Tahlfahrt

An der Mailänder Börse verstimmte unterdessen ein drohender Bruch der Regierungskoalition die Anleger. Der Leitindex rutschte um 2,1 Prozent ab und damit deutlich stärker als andere europäische Börsenbarometer. Der EuroStoxx50 verabschiedete sich 0,2 Prozent niedriger bei 2819 Punkten.

Für Unruhe sorgte eine Drohung von Silvio Berlusconis Mitte-Rechts-Partei: Mitglieder hatten am Wochenende gewarnt, sie würden das Bündnis mit der Demokratischen Partei platzen lassen, sollte Berlusconi nach der Verurteilung wegen Steuerhinterziehung vom Parlament ausgeschlossen werden. "Spitzt sich die Situation zu, könnte das einen neuen Rückschlag für die wirtschaftliche Entwicklung des Landes bedeuten", sagte ein Händler in Mailand.

Die Berlusconi-Partei Volk der Freiheit und die Demokraten hatten sich erst im April zu einer Rechts-Links-Koalition zusammengerauft, um die Patt-Situation nach den Wahlen im Februar zu beenden. Aus Angst vor einem Koalitionsbruch nahmen Investoren ihre Gewinne bei Mediaset mit. Die Aktien von Silvio Berlusconis Medienkonzern fielen um 6,3 Prozent auf 3,15 Euro.

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Die Anteilsscheine der drittgrößten italienischen Bank Monte dei Paschi rutschten um 3,4 Prozent auf 22 Cent ab, nachdem die Börsenaufsicht in einem Brief an die Staatsanwaltschaft von Siena neue Vorwürfe gegen die Krisenbank erhoben hat.

Auch am Rentenmarkt war die Nervosität der Anleger greifbar; die Rendite der zehnjährigen Staatsanleihen zog bis auf 4,73 (spätes Vorwochengeschäft: 4,34) Prozent an.

Spekulationen am Kalimarkt

Am hiesigen Aktienmarkt gerieten K&S in den Fokus der Anleger, nachdem der Chef der russischen Uralkali, Vladislaw Baumgertner, in Weißrussland festgenommen wurde.

Baumgertner hatte Ende Juli ein russisch-weißrussisches Kali-Kartell mit Belaruskali aufgekündigt und damit ein Beben in der gesamten Branche ausgelöst. Spekulationen auf einen Preissturz am Kali-Markt hatten auch die K&S-Aktien nach unten gerissen.

"Gerade weil die Situation so eskaliert, wird nun spekuliert, dass die Festnahme nun zwangsweise irgendwann zu einer Lösung auf politischer Ebene führen wird. Schlimmer konnte es vorher schon gar nicht mehr werden", erklärte Analyst Christian Faitz von Macquarie Securities. K&S gingen 4,3 Prozent höher aus dem Handel. Seit Aufkündigung des Kartells haben die Titel mehr als ein Viertel an Wert verloren.

Neben den Entwicklungen in der Düngemittelbranche sorgte die O2-Mutter Telefonica mit ihrem aufgestockten Angebot für den Konkurrenten E-Plus für Aufsehen. E-Plus - eine Tochterfirma der niederländischen KPN - wird von dem spanischen Mobilfunkkonzern nun mit 8,55 Milliarden Euro bewertet.

Damit gelang es Telefonica offenbar, den Widerstand von Großaktionär und Milliardär Carlos Slim gegen das Vorhaben zu brechen. Die Aktien von Telefonica Deutschland verteuerten sich im TecDax um 2,9 Prozent auf 5,22 Euro. Die Papiere der E-Plus-Mutter KPN notierten drei Prozent fester.

(REU)