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Zusammenbruch der Eurozone befürchtet: Großbritannien rüstet sich für Euro-Kollaps

Zusammenbruch der Eurozone befürchtet : Großbritannien rüstet sich für Euro-Kollaps

Großbritannien bereitet sich zumindest theoretisch schon auf einen Zusammenbruch der Eurozone vor. Andrew Bailey von der britischen Bankenaufsichtsbehörde FSA sagte am Donnerstag auf einer Konferenz, die britischen Geldinstitute seien bereits aufgefordert worden, Pläne auch für diesen "schlimmsten" Fall auszuarbeiten.

Ein gutes Risikomanagement bedeute, auch für unwahrscheinliche Szenarien Pläne in der Schublade zu haben. "Und wir können die Möglichkeit eines ungeordneten Ausstiegs einiger Länder aus der Eurozone nicht ignorieren."

Anfang November hatte bereits Finanzminister George Osborne gesagt, London sitze an Plänen für den Fall eines Auseinanderbrechens der Eurozone. Auch Premier David Cameron versicherte, das Land sei "auf alle Eventualitäten vorbereitet".

Die im allgemeinen euroskeptische britische Presse schreibt mit einer gewissen Genugtuung über eine solche Verschlimmerung der Krise. Die britische Wirtschaft hingegen fürchtet die Folgen, da sie 40 Prozent ihrer Geschäfte mit den europäischen Nachbarn macht.

Die britischen Banken haben sich bereits von einem Großteil ihrer griechischen und portugiesischen Anleihen getrennt, haben aber noch italienische Papiere im Wert von 40 Milliarden Pfund (46 Milliarden Euro) in den Büchern. Diese suchen sie zu verkaufen; zudem müssen sie wie andere europäische Banken auch ihr Kapital zur besseren Risikoabsicherung aufstocken.

(AFP)