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Das Solardach taugt wieder als Geldanlage

Geldserie : Das Solardach taugt wieder als Geldanlage

Die Investition in das Solardach ist nicht nur etwas für Klimaschützer, sondern auch für Geldanleger. Zwar ist die Zeit üppiger Einspeisevergütungen für neue Investoren vorbei. Doch Speicher und staatliche Zuschüsse lassen die Rechnung wieder aufgehen.

Totgesagte leben länger: 2020 wurden in Deutschland so viele Solaranlagen auf Eigenheim-Dächern gebaut wie nie zuvor. Keine andere Energieform legte bei der Stromerzeugung stärker zu als die Photovoltaik, die 2020 mehr als zehn Prozent des Stromverbrauchs abdeckte. Das ist erstaunlich, weil die üppigen Einspeisevergütungen passé sind. Doch die Rechnung mit dem Mini-Kraftwerk für Zuhause geht auf andere Weise wieder auf: Die Preise für Module sind stark gesunken, zugleich steigen die Strompreise. Das macht es für Privatleute attraktiv, auf Selbstversorgung umzusteigen.

Entscheidend dabei ist die Speichertechnik, die sicherstellt, dass der Haushalt den selbst erzeugten Strom – anders als früher – über Tage verteilt nutzen kann. Solardächer lohnen sich damit nicht nur für Menschen, die einen Beitrag zum Klimaschutz leisten wollen, sondern auch für solche, denen es nur ums Geld geht.

Denn der Staat gibt viel dazu:Das Landesprogramm Progres.NRW unterstützt die Anschaffung eines Batteriespeichers aktuell mit 150 Euro je Kilowattstunde Speicherkapazität. Bei einem typischen Einfamilienhaus-Speicher mit fünf Kilowattstunden, der etwa 7000 Euro kostet, sind das schon mal 750 Euro. Auch manche Stadt schießt etwas dazu. Düsseldorf etwa subventioniert die Anschaffung des Speichers mit 20 Prozent. Zudem unterstützt die Stadt den Kauf der Solarmodule mit einem Betrag zwischen meist 500 und 1500 Euro. Und hat der Haushalt trotz der Speicherung noch Strom übrig, zahlt der Regionalversorger noch ein paar Cent für die Einspeisung, wenn auch nicht mehr die hohen Sätze von früher.

Wer die Solardach-Investition nutzt, um sich mit Blick auf ein künftiges Elektroauto auch noch eine Wand-Ladestation („Wallbox“) anzuschaffen bekommt weitere Unterstützung: Die Stadt Düsseldorf etwa fördert 50 Prozent der Kosten, maximal 1000 Euro. Eine Wallbox kostet rund 2500 Euro.

Speicher heißt aber nicht, dass der Haushalt sich bei einem Stromausfall selbst versorgen kann. Denn der Speicher selbst braucht Betriebsstrom. Wer sich gegen einen Blackout absichern will, muss für ein Autarkie-Paket noch mal richtig zuzahlen. Man kann vielleicht besser schlafen, doch die Rendite der Geldanlage auf dem Dach sinkt.