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Bankgebühren: Das müssen Verbraucher bei Banken und Sparkassen wissen

Serie Mein Geld (11/13) : Das müssen Sie bei Bankgebühren wissen

Banken und Sparkassen verdienen am Zinsgeschäft kaum noch Geld. Dafür sind die Gebühren der Geldhäuser vielfach gestiegen. Woran Verbraucher denken sollten, wenn es um ihr Girokonto geht.

Bankgebühren sind ein beliebtes Thema, wenn es darum geht, was Menschen bei Geldhäusern aufregt. In den vergangenen Jahren sind sie an einigen Stellen deutlich gestiegen, weil in der Niedrigzinsphase sinkende Zinsmargen die Institute zwingen, nach zusätzlichen Einnahmequellen Ausschau zu halten. Aus Sicht des Hohenheimer Bankprofessors Hans-Peter Burghof sind daran auch die zunehmenden Anforderungen der Regulierungsbehörden Schuld: „In Deutschland ist es teuer, eine Bank zu sein“, sagt er.

Dabei waren Gebühren hierzulande lange Zeit kein Thema, weil der enorme Wettbewerb die Preise drückte. Wenn die nun steigen, leuchtet das nicht immer ein: „Mitunter leiden die Kunden mehr unter der Unzufriedenheit als unter der Höhe der Gebühren“, sagt Burghof. Tatsächlich schießen aber manche hin und wieder auch übers Ziel hinaus. Andere preisen sich dafür, dass sie für hohe Spareinlagen keine Negativzinsen verlangen, kassieren dafür aber beim Geldabheben, bei beleghaften Überweisungen oder anderen Dienstleistungen. Auch wenn dieser Service natürlich nicht kostenfrei ist – „über die Höhe der Gebühren kann man manchmal streiten“, räümt Burghof ein.

Bei der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen waren zu Beginn der Pandemie besonders Gebühren für Kartenzahlungen ein großes Thema. „Uns erreichten viele Hinweise, dass Kunden für jede Transaktion draufzahlen mussten“, sagt Experte David Riechmann. Grundsätzlich sei es wichtig, dass der Verbraucher sich über die Konditionen des eigenen Kontos informiert. Ein einfacher Vergleich, wie etwa mit dem Strompreisrechner, sei aber oft nicht möglich. „Vergleichsportale im Internet können den Markt nicht voll abdecken“, sagt er. Zu individuell seien die Bedürfnisse der Verbraucher. Einige brauchen eine Filiale vor Ort und dafür kaum Online-Banking, andere machen alles im Internet. Manche kämen ohne Kreditkarte nicht aus, andere holten einmal im Monat Bargeld bei der Bank ab. Bei manchen Instituten kosten Kontoauszüge, Überweisungen und Abhebungen extra. Friedrich-Wilhelm Häfemeier, Vorstandsvorsitzender der Niederrheinischen Sparkasse Rhein Lippe, versucht zu beruhigen: „Bei uns gibt es keine Überraschungen“, sagt er. Es könne aber sein, dass Menschen das für sie persönlich falsche Konto wählten. Eine Umstellung sei selbst dann aber meist kein Problem, so der Sparkassen-Chef.

Bei den Gebühren die Konditionen zu vergleichen, ist ein mühsames Geschäft, weil die Angebote der Banken variieren. Aber es lohnt sich. Besonders aufmerksam sollte man sein, wenn die Preise für Bankdienstleistungen eklatant steigen. Dann sollte man nach Alternativen Ausschau halten. Wichtig auch: Wer ein Tages- oder Festgeldkonto eröffnen möchte, braucht ein Referenzkonto. Viele Banken knüpfen die Eröffnung solcher Sparkonten, wenn sie sie noch anbieten, an die Existenz eines bereits bei ihnen bestehenden Girokontos. Und: Natürlich kostet Bargeld keine Gebühren. Daher hortet mancher Teile davon zu Hause oder in einem Safe. Das kann gefährlich sein, weil es in der Bank einen Wasserschaden oder ein Feuer geben kann. Bargeld im Schließfach ist bei den Geldhäusern jedoch nur begrenzt versichert.