Finanzwesen: Commerzbank-Gewinn im Vergleich zum Vorjahr halbiert

Finanzwesen : Commerzbank-Ergebnis halbiert

Nach dem Abbruch der Fusionsgespräche mit der Deutschen Bank sieht sich die Commerzbank auf gutem Weg, ihre Strategie umzusetzen. Das könne sie auch gut alleine, sagte Finanzchef Stephan Engels. „Wir haben eine Strategie und ein Geschäftsmodell, das funktioniert.“

Allerdings ist der Weg nach wie vor nicht einfach. Unterm Strich verbuchte die Commerzbank zwar einen Gewinn von 120 Millionen Euro in den ersten drei Monaten des Jahres. Das ist gegenüber dem Vorjahresquartal aber eine Halbierung. „Das liegt daran, dass die Erträge rückläufig waren, das ist auch ein bisschen dem Marktumfeld geschuldet“, sagt Philipp Häßler vom Vermögensverwalter Pareto. Allerdings ist das nur zum Teil eine Erklärung, denn andere – auch Europäische Konkurrenten – verdienen mittlerweile wieder Milliarden.

Ein Problem machen Beobachter bei den vergleichsweise hohen Kosten deutscher Banken aus. „Wenn Sie das Gesamtvolumen der Kostenbasis des deutschen Bankensystems zum Zeitpunkt der Krise und heute vergleichen, werden Sie feststellen, dass es nicht gesunken, sondern leicht gestiegen ist. Das empfinde ich als – ich will es mal höflich formulieren – extrem schwer nachvollziehbar“, sagte Felix Hufeld, Präsident der Finanzaufsicht Bafin.

Sowohl die Deutsche Bank als auch die Commerzbank haben das Problem seit Längerem erkannt. Bei den Kostensenkungen sieht sich die Commerzbank weiterhin auf Kurs, in diesem Jahr sollen sie wie geplant auf unter 6,8 Milliarden Euro sinken, im kommenden Jahr auf unter 6,5 Milliarden Euro. Zudem soll die Kundenbasis wachsen. Am Ende von drei Jahren sollen bis 2020 rund zwei Millionen Neukunden hinzu gewonnen sein. Ende des vergangenen Jahres war die Hälfte des Zieles erreicht.

Auch hier sieht sich das Geldhaus auf gutem Weg. 123.000 Kunden hat sie unter dem Strich in den ersten drei Monaten des Jahres gewinnen können. Aktuell zählt die Bank rund 13 Millionen Privat- und Unternehmenskunden.

Für das Gesamtjahr halten Commerzbank-Chef Martin Zielke und sein Team an der Prognose fest, die Gewinne leicht zu steigern. 2018 hatte die Commerzbank 865 Millionen Euro verdient. Den Aktionären hat die Bank eine Dividende auf Niveau des Vorjahres in Aussicht gestellt – da lag sie bei spärlichen 20 Cent pro Anteilsschein.

Mehr von RP ONLINE