Finanzen - Schweiz hebt Mindestwechselkurs zum Euro auf

Finanzen : Schweiz hebt Mindestwechselkurs zum Euro auf

Die Schweizerische Notenbank hat den 2011 eingeführten Mindestkurs des Schweizer Franken zum Euro aufgehoben. Die Maßnahme, die die Schweizer Wirtschaft vor einem zu starken Franken schützen sollte, sei nicht länger gerechtfertigt, teilte die Zentralbank am Donnerstag mit.

Der Mindestkurs hatte verhindern sollen, dass der Wert des Euro unter die Marke von 1,20 Franken fällt. Das Ende dieser Politik sorgte für Unruhe an den Märkten.

Der Euro fiel in einer ersten Reaktion um 30 Prozent gegenüber dem Franken, bevor er sich etwas erholte. Am späten Morgen notierte die Gemeinschaftswährung mit einem Verlust von 13 Prozent bei 1,04 je Franken. Der Schweizer Aktienindex gab um neun Prozent nach. Das spiegelte die Furcht der Investoren wider, Exporte könnten nun teurer werden, womit die Wettbewerbsfähigkeit der Schweizer Unternehmen untergraben werden könnte.

Die Notenbank erklärte am Donnerstag, der Mindestkurs sei seinerzeit notwendig gewesen, um die Wirtschaft vor einem "ernsthaften Schaden" durch einen überteuerten Franken zu bewahren. Diese außerordentliche und zeitlich begrenzte Maßnahme sei jetzt aber nicht mehr gerechtfertigt: Die damalige Überbewertung des Franken sei mit Einführung des Mindestkurses gesunken.

Um einer erneuten Überbewertung vorzubeugen, senkte die Notenbank zeitgleich den Zinssatz von minus 0,25 auf minus 0,75 Prozent.
Niedrige Zinsen können die Wirtschaft durch billige Kredite ankurbeln helfen und zugleich die Währung schwächen. Analysten sagten aber, möglicherweise reiche die Maßnahme nicht aus, um eine erneute Verteuerung des Franken zu vermeiden.

(AFP)
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