Exportwerte in Japan unter Druck: Fernost-Börsen im Minus

Exportwerte in Japan unter Druck: Fernost-Börsen im Minus

Tokio (RPO). Trotz der neuen Sparpläne Griechenlands und ermutigender Konjunktursignale aus den USA haben die asiatischen Aktienmärkte am Donnerstag Abschläge verzeichnet. Die Anleger blieben vor den US-Arbeitsmarktdaten am Freitag vorsichtig, sagten Börsianer.

Zudem warteten sie die weitere Entwicklung in der griechischen Schuldenkrise ab. Den japanischen Aktien machte zusätzlich der stärkere Yen zu schaffen. Der Euro gab in Fernost leicht auf 1,3660 Dollar nach.

In Tokio schloss der 225 Werte umfassende Nikkei-Index ein Prozent im Minus bei 10.145 Punkten. Der breiter gefasste Topix verlor 0,9 Prozent auf 897 Zähler. Auch die Börsen in Südkorea, Hongkong, Shanghai, Taiwan und Singapur gaben nach.

"Es ist nicht so, dass die Stimmung der Investoren einen Dämpfer erlitten hätte", sagte Börsenexperte Kazuhiro Takahashi von Daiwa Securities Capital Markets. "Sie sind nur nicht optimistisch genug über die Konjunkturaussichten, um dem Markt einen Schub zu geben."

Vor allem Exportwerte gerieten in Tokio unter Druck, weil der Dollar zum Yen auf den niedrigsten Stand seit drei Monaten fiel. Die Papiere der Elektronikriesen Sony und TDK büßten 1,1 beziehungsweise 2,9 Prozent ein. Die Papiere des Autobauers Toyota verloren 1,3 Prozent, die des Rivalen Nissan gaben 1,1 Prozent nach.

Zu den größten Verlierern gehörte aber Mitsubishi Motors. Die Titel des Autobauers fielen um mehr als zehn Prozent, nachdem Gespräche über ein Kapital-Bündnis mit dem französischen Wettbewerber Peugeot am Vortag für beendet erklärt wurden.

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Es werde nur noch über eine engere Zusammenarbeit bei der Fahrzeug-Entwicklung gesprochen. Mit einem Aufschlag von 1,4 Prozent gehörten dagegen die Papiere des Speicherchipherstellers Elpida zu den Gewinnern. Das Unternehmen hatte sein Interesse an dem Flashspeichergeschäft des US-Rivalen Spansion erklärt.

Auf der Börse in Shanghai lasteten auch Sorgen, dass die chinesische Zentralbank die Geldpolitik anziehen könnte. Vize-Notenbank-Chef Su Ning hatte am Mittwoch erklärt, dass die Währungshüter mit großer Aufmerksamkeit den Preisdruck verfolgen. Der Leitindex notierte 2,4 Prozent im Minus.

Die US-Börsen haben sich am Mittwoch kaum verändert präsentiert. Äußerungen von Präsident Barack Obama zur Gesundheitsreform und seine Pläne zur Banken-Regulierung ließen die Erleichterung über das neue Sparpaket in Griechenland und eine Verlangsamung des Stellenabbaus sowie ein Anziehen des Wachstums im Dienstleistungssektor in den Hintergrund treten.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte verlor 0,1 Prozent auf 10.396 Punkte. Der breiter gefasste S&P-500 und die Technologiebörse Nasdaq schlossen fast unverändert.

(RTR/csr)