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Digitale Währung: China will angeblich Bitcoin-Handelsplätze schließen

Digitale Währung : China will angeblich Bitcoin-Handelsplätze schließen

China will offenbar mit Macht gegen den rasant wachsenden Markt digitaler Währungen vorgehen: Nach dem Verbot von Börsengängen von cyberwährungen denkt das Land einem Bericht zufolge nun auch über die Schließung von Handelsplattformen nach.

Das berichtet die Zeitung "Caixin" am Freitag. Demnach erwägen Aufsichtsbehörden die Schließung von Handelsplattformen für Devisen wie Bitcoin. Der Kurs der mit Abstand größten von Computern geschaffenen Währung rutschte daraufhin auf der Handelsplattform Bitstamp um rund fünf Prozent auf 4402 Dollar ab. Anfang September hatten Bitcoins noch ein Rekordhoch von fast 5000 Dollar erreicht.

Reuters konnte den Bericht zunächst nicht überprüfen. China hat erst vor wenigen Tagen die sogenannten Initial Coin Offerings (ICO) verboten. Über dieses Vehikel werden analog zum Initial Public Offering (IPO), also dem Börsengang eines Unternehmens, neue Cyberwährungen geschaffen. Mit dem Schritt will die Regierung in Peking nach Meinung von Experten Zeit gewinnen, um regulatorische Maßnahmen einzuführen. Das Schaffen neuer Cyberwährungen habe unübersichtliche Ausmaße angenommen und stehe oft im Zusammenhang mit kriminellen Machenschaften wie Betrug und Schneeballsystemen, hieß es zur Begründung.

Eine Schließung von Handelsplätzen für Bitcoin & Co würde die Branche aufwirbeln, sagte Greg Dwyer von der Krypo-Plattform BitMEX. "Sollte sich der Zeitungsbericht als wahr herausstellen, wäre der Abverkauf von Bitcoin gerechtfertigt." China ist weltweit einer der größten Handelsplätze für diese Währungen. Andere Experten gehen davon aus, dass ein mögliche Börsenschließung nur vorübergehend wäre. "China drückt nur den Pause-Knopf", so Jehan Chu, Partner der Beteiligungsfirma Jen Advisors.

(felt)