1. Wirtschaft
  2. Finanzen

Schuldengrenze wird wieder eingehalten: Deutsches Staatsdefizit sinkt auf 1,0 Prozent

Schuldengrenze wird wieder eingehalten : Deutsches Staatsdefizit sinkt auf 1,0 Prozent

Kräftig steigende Steuereinnahmen haben 2011 das Loch im deutschen Staatshaushalt deutlich schrumpfen lassen. Die Neuverschuldung von Bund, Ländern, Kommunen und Sozialversicherung fiel um 80 Milliarden auf 25,8 Milliarden Euro.

Die Summe entspricht 1,0 Prozent des Bruttoinlandsproduktes, teilte das Statistische Bundesamt am Freitag mit. Damit wurde die im EU-Stabilitätspakt festgesetzte Schuldengrenze von drei Prozent wieder eingehalten. In einer ersten Schätzung im Januar waren die Statistiker noch von einem Minus von 26,7 Milliarden Euro ausgegangen.

Besonders günstig verlief demnach die Entwicklung bei der Sozialversicherung, die aufgrund der guten Beschäftigungs- und Lohnentwicklung den höchsten Überschuss seit der Wiedervereinigung erzielen konnte. Er betrug 15,1 Milliarden Euro

2010 betrug das Defizit noch 4,3 Prozent, 2009 waren es 3,2 Prozent.

Nach Prognose der Bundesbank wird die Neuverschuldung in diesem Jahr bei etwa einem Prozent verharren. Der fast anderthalb Jahre währende Steuerboom hat im Januar ein vorläufiges Ende gefunden. Wegen der schwächeren Konjunktur gingen die Einnahmen von Bund und Ländern im Januar um 0,4 Prozent zurück - zum ersten Mal seit Sommer 2010.

"Der Trend monatlich steigender Einnahmen ist zunächst gebrochen", schrieb das Bundesfinanzministerium. Steuerschätzer sehen sich in ihrer Warnung bestätigt, dass der Staat nicht mehr automatisch mit konjunkturbedingten Mehreinnahmen rechnen kann und deshalb sparen muss.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Zehn Jahre Euro - Erinnerungen an den Start der Einheitswährung

(REU/dpa/AFP)