Börse in Frankfurt Dax schließt mit Gewinnen

Frankfurt/Main · Die Hoffnung auf möglicherweise unbegrenzte Anleihekäufe der Europäischen Zentralbank (EZB) hat dem Dax am Mittwoch Gewinne beschert. Auch eine eher enttäuschend verlaufene Auktion von Bundesanleihen sorgte für Auftrieb.

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Foto: AP

Von Händlern hieß es, die festverzinslichen Wertpapiere hätten etwas von ihrer Anziehungskraft als sicherer Hafen eingebüßt, und einige Investoren schichteten offenbar in Aktien um. Zum Börsenschluss stand der deutsche Leitindex 0,46 Prozent höher bei 6964,69 Punkten, blieb damit aber hinter seinem Tageshoch knapp über der 7000-Punkte-Marke zurück. Der MDax sank hingegen um 0,11 Prozent auf 10 887,27 Punkte, während es für den TecDax um 0,35 Prozent auf 795,32 Punkte nach oben ging.

Vor der morgigen EZB-Sitzung berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf mit den Planungen vertraute Personen, die Notenbank wolle in unbegrenztem Umfang Anleihen von finanziell angeschlagenen Staaten der Eurozone kaufen. Dies hatte EZB-Präsident Mario Draghi allerdings bereits Anfang August nach der damaligen Ratssitzung angedeutet. "Bleibt er dabei, dass angeschlagene Euro-Länder erst unter den Rettungsschirm schlüpfen müssen, ist wenig gewonnen", sagte Volkswirt Thomas Gitzel von der VP Bank. In diesem Fall sieht er sowohl Druck auf den Euro als auch auf die Aktienmärkte zukommen.

Auch die Autoren des Bernecker-Aktionärsbriefs warnten vor zu großen Hoffnungen: "Es ist unwahrscheinlich, dass Draghi noch vor dem Bundesverfassungsgerichts-Urteil am 12. September etwas Definitives zu Anleihekäufen sagen wird." In der kommenden Woche entscheiden die Karlsruher Richter über die Zulässigkeit des künftigen Euro-Rettungsschirms ESM sowie den europäischen Fiskalpakt.

Höhere Ziele für die Infusionstochter Kabi bescherten Fresenius Kursgewinne von 1,39 Prozent auf 86,94 Euro. Damit gehörten die Aktien des Gesundheitskonzerns zu den Favoriten der Anleger im Dax. Wegen einer hohen Nachfrage und Problemen eines Konkurrenten hatte Fresenius die Jahresprognosen für Kabi leicht angehoben - und damit schon zum dritten Mal seit Jahresbeginn. Zu den Gewinnern zählte auch die Fresenius-Dialysetochter FMC, deren Titel um marktkonforme 0,39 Prozent zulegten.

Die Deutsche-Post-Papiere litten hingegen am Dax-Ende unter einer gesenkten Gewinnprognose des Konkurrenten FedEx: Sie büßten 1,46 Prozent ein. Dass Europas größte Fluggesellschaft Lufthansa auf einen bundesweiten Streik ihrer Flugbegleiter zusteuert, ließ deren Titel um weitere 0,25 Prozent sinken. Nach zwei Streikwellen mit zusammen mehr als 500 Flugausfällen, die schon jüngst belastet hatten, bereitet sich die Lufthansa auf den für Freitag angekündigten 24-Stunden-Streik der Flugbegleiter vor.

Der EuroStoxx 50 schloss 0,25 Prozent höher bei 2442,64 Punkten.
Die nationalen Indizes in Paris und London entwickelten sich derweil uneinheitlich. In New York präsentierte sich der Dow Jones Industrial zum europäischen Handelsende moderat im Plus.

Am Rentenmarkt sank die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 1,11 Prozent am Vortag auf 1,09 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,32 Prozent auf 134,98 Punkte. Der Bund Future verlor 0,36 Prozent auf 142,88. Punkte. Der Euro notierte zuletzt bei 1,2608 US-Dollar. Zuvor hatte die EZB den Referenzkurs auf 1,2578 (Dienstag: 1,2579) Dollar festgesetzt und der Dollar damit 0,7950 (0,7950) Euro gekostet.

(dpa)
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