Börse: Dax prallt an 7000er-Marke ab und schließt im Minus

Börse : Dax prallt an 7000er-Marke ab und schließt im Minus

Der deutsche Aktienmarkt ist am Montag ins Minus gerutscht. Zuvor hatten nicht so schlecht wie befürchtet ausgefallene Konjunkturdaten aus Griechenland noch für verhalten gute Stimmung gesorgt. Händler machten enttäuschende Konjunkturdaten aus Japan für die Kursverluste in New York und Frankfurt verantwortlich.

Der Dax sank zum Börsenschluss bei dünnen Handelsumsätzen um 0,50 Prozent auf 6909 Punkte. Zuvor hatte der Leitindex mehrfach erfolglos versucht, die Marke von 7000 Punkten zu knacken, die er zuletzt Anfang April erreicht hatte. Der MDax gab zu Wochenbeginn um 0,61 Prozent auf 10.987 Punkte nach und der TecDax sank um 1,03 Prozent auf 774,46 Punkte.

Die Wirtschaft in Japan war im Frühjahr deutlich langsamer gewachsen als erwartet. Zudem fehlten den Anlegern nach dem starken Kursanstieg in den letzten Wochen nun die Argumente, warum es mit den Kursen weiter nach oben gehen sollte, sagte Marktanalyst Frank Geilfuß vom Berliner Bankhaus Löbbecke. Der Stratege Lars Kremkow vom Broker Activtrades ergänzte: "Der rasante Anstieg kann über die weiter ungelösten Probleme Europas nicht hinweg täuschen."

Merck an der Dax-Spitze

Die Eon-Aktie notierte nach endgültigen Quartalszahlen lange im Plus, musste dann aber dem trüben Marktumfeld Tribut zollen und fiel um 0,90 Prozent. Beim Energieversorger geht es nach den Belastungen im vergangenen Jahr durch die Atomwende in Deutschland wieder deutlich bergauf. Analysten zeigten sich insbesondere zuversichtlich, dass die versprochene Dividende für 2012 in Höhe von 1,10 Euro umsetzbar sei.

Das Papier des Chemie- und Pharmaunternehmens Merck kletterte vor dem am Dienstag anstehenden Quartalsbericht mit plus 1,75 Prozent an die Dax-Spitze. Deutsche-Bank-Analyst Holger Blum rechnet in sämtlichen Sparten mit einem soliden zweiten Quartal und steigenden Gewinnerwartungen der Analysten für das Gesamtjahr.

Solarworld bricht ein

Im TecDax brach die Aktie von SolarWorld um 12,23 Prozent auf 1,163 Euro ein. Der Photovoltaikkonzern war von der Krise in der Solarwirtschaft voll erwischt worden und teilte mit, die Prognose eines positiven operativen Ergebnisses für 2012 nicht mehr halten zu können.

Der EuroStoxx 50 gab um 0,30 Prozent auf 2415,96 Punkte nach. Auch die nationalen Indizes in Paris und London schlossen im Minus. In New York sank der Dow Jones Industrial zum europäischen Börsenende um 0,59 Prozent.

Am Rentenmarkt stieg die Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 1,13 Prozent (Freitag: 1,11 Prozent). Der Rentenindex Rex fiel um 0,10 Prozent auf 134,72 Punkte. Der Bund Future sank um 0,07 Prozent auf 143,18 Punkte. Der Kurs des Euro legte zu: Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,2339 (1,2262) Dollar fest.
Der Dollar kostete damit 0,8104 (0,8155) Euro.

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(dpa)