Enttäuschende US-Konjunkturdaten: Dax geht die Puste aus - leichtes Minus

Enttäuschende US-Konjunkturdaten : Dax geht die Puste aus - leichtes Minus

Der deutsche Aktienmarkt hat am Freitag nach enttäuschenden Konjunkturdaten aus den USA im Minus geschlossen. Dem Dax ging am Nachmittag die Luft aus - er verabschiedete sich 0,43 Prozent leichter bei 6511,98 Punkten aus dem Handel. Auf Wochensicht hat er aber fast 1,7 Prozent zugelegt und somit die sechste Woche in Folge im Plus beendet.

Seit dem Jahreswechsel ist der Dax damit um mehr als 10 Prozent geklettert. Der MDax gab am Freitag um 0,34 Prozent auf 9940,44 Punkte nach. Der TecDax ging 0,17 Prozent leichter bei 744,54 Punkten in das Wochenende.

"Die etwas schlechter als erwartet ausgefallenen Zahlen zum Wirtschaftswachstum in den USA sind nach einer stramm positiven Woche an den Aktienmärkten ein willkommener Grund für Gewinnmitnahmen", kommentierte Marktstratege Robert Halver von der Baader Bank das Minus. Indes rückt ein Durchbruch bei den Verhandlungen über Griechenlands Schuldenschnitt kurz vor dem EU-Gipfel am Montag in greifbare Nähe: Laut EU-Währungskommissar Olli Rehn steht eine Einigung am Wochenende unmittelbar bevor. Aktienhändler Markus Huber von ETX Capital gab diesbezüglich aber zu bedenken, dass der Markt dies größtenteils schon eingepreist habe.

Die Papiere der Stahlkonzerne gehörten wegen Gewinnmitnahmen und negativen Vorgaben aus Asien zu den Verlierern. Börsianer verwiesen auf schwache Zahlen von Nippon Steel aus Japan. ThyssenKrupp verloren 1,06 Prozent auf 21,90 Euro und konnten damit nicht von Berichten über einen unmittelbar bevorstehenden Verkauf der Edelstahltochter Inoxum profitieren. Im MDax gaben Salzgitter 1,55 Prozent ab und Klöckner & Co verloren 1,47 Prozent. Auch Autowerte standen nicht hoch im Kurs der Anleger: VW-Titel etwa gaben um 2,36 Prozent nach.

RWE geht als Spitzenreiter aus dem Handel

Die Aktien der Deutschen Börse knüpften dagegen mit einem Aufschlag von 0,61 Prozent auf 45,50 Euro an ihre Serie von zuvor vier freundlichen Handelstagen an. Im Wochenverlauf haben sie damit mehr als 8 Prozent an Wert gewonnen. Spitzenreiter im Dax waren aber die RWE-Aktien, die 1,16 Prozent höher bei 28,81 Euro aus dem Handel gingen. "Es ist gerade eine Rotation aus den zuletzt sehr starken Finanzwerten heraus und rein in die vernachlässigten Versorger zu beobachten", sagte ein Händler. Entsprechend gehörten die Titel der Commerzbank mit 0,48 Prozent zu den Verlierern.

Im MDax schnellten die Anteilsscheine von Wacker Chemie an der Spitze um 5,63 Prozent hoch. Händler sprachen hier von einer Erholung nach der jüngsten Durststrecke der Aktien. Im TecDax wurden die Aktien von Adva Optical Networking mit einem Minus von 2,79 Prozent von einem enttäuschenden Ausblick des US-Netzwerkausrüsters Juniper Networks belastet. Gigaset dagegen zogen als Favorit unter den Technologiewerten um rund 8 Prozent an - Händler begründeten dies mit der Aufnahme in das Musterdepot eines Börsenmagazins.

Die übrigen europäischen Börsen gingen noch etwas schwächer als der Dax in das Wochenende: Der EuroStoxx 50 verlor 0,97 Prozent auf 2436,62 Punkte und die Börsen in Paris und London gingen jeweils mehr als ein Prozent leichter aus dem Handel. In New York lag der Leitindex Dow Jones zum Handelsschluss in Europa mit knapp 0,7 Prozent im Minus.

Am Rentenmarkt sank die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 1,54 (Donnerstag: 1,58) Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,27 Prozent auf 131,25 Punkte. Der Bund-Future gewann 0,15 Prozent auf 138,90 Punkte. Der Kurs des Euro stagnierte: Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs wie am Vortag auf 1,3145 Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7607 Euro.

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(dpa)