Dax: Anleger haben Jahresendrally noch nicht abgeschrieben

Dax: Anleger haben Jahresendrally noch nicht abgeschrieben

Am deutschen Aktienmarkt hat die Hoffnung auf eine Jahresendrally neue Nahrung erhalten. Mit dem Kursprung des Dax am Freitag ist die Zuversicht unter den Anlegern zurückgekehrt, dass die zuletzt eher guten Nachrichten aus den USA den deutschen Leitindex in der neuen Woche noch einmal anschieben können.

"Die Börsenbullen wollen sich nicht geschlagen geben", schrieb Analystin Claudia Windt von der Landesbank Helaba. Am Freitag baute der Leitindex Dax seine jüngsten Gewinne deutlich aus und schloss 0,83 Prozent höher bei 13.153 Punkten - dank des Rückenwinds von den amerikanischen und asiatischen Börsen sowie des weiter abbröckelnden Eurokurses, der die Exporte deutscher Unternehmen in Länder außerhalb des Währungsraums erleichtern kann.
Auf Wochensicht bedeutet dies ein Plus von 2,27 Prozent.

Die jüngsten Fortschritte bei der Steuerreform in den USA hatten den Euro in den letzten Tagen unter Druck gesetzt und so den Dax kurz über die seit Mitte November bestehende Handelsspanne zwischen 12.800 und 13.200 Punkten gehievt. Eine schwache Gemeinschaftswährung kann die Ausfuhren der Unternehmen in Länder außerhalb der Europäischen Union verbilligen und so den hiesigen Exporteuren helfen.

Allerdings bleiben Experten skeptisch, ob dem Dax in der neuen Woche tatsächlich der große Befreiungsschlag gelingt. Erst wenn das Börsenbarometer die Marke von 13.250 Punkten überschreite, dürfte sich auch der übergeordnete Aufwärtstrend fortsetzen, schrieben die Chartexperten von Index-Radar. Vorerst sei dies aber nicht ersichtlich. Analystin Windt wies zudem auf anhaltende politische Risiken hin. So hatte die US-Regierung zwar einen teilweisen Stillstand der Regierungsgeschäfte aus Geldmangel abgewendet - aber nur für zunächst zwei Wochen. Damit blieben alle Streitfragen ungelöst, nicht zuletzt hinsichtlich der Höhe der Militärausgaben.

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Die Hoffnung der Anleger auf eine Weihnachtsrally basiert indes darauf, dass die Geldpolitik in der neuen Woche für keine negative Überraschungen sorgt. Im Fokus steht dabei zunächst die US-Notenbank (Fed), die sich am Mittwoch nach dem europäischen Börsenschluss zu Wort melden wird. Es wäre eine große Überraschung, wenn die Fed den Leitzins nicht - wie seit geraumer Zeit signalisiert - um 25 Basispunkte anheben würde, schrieb Helaba-Analyst Patrick Franke.

Am Donnerstag dann wird der Präsident der Europäischen Zentralbank die letzte Pressekonferenz des Jahres geben. Nach Ansicht der Helaba ist es eher unwahrscheinlich, dass Mario Draghi seinen Tonfall ändert. Schließlich sei den Anlegern signalisiert worden, dass die ultralockere Geldpolitik zur Stützung der Konjunktur und damit auch der Aktienmärkte im kommenden Jahr Bestand habe.

(felt)