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Analyse: Währungskrieg 2013: Das gefährliche Treiben mit den Notenbanken

Analyse: Währungskrieg 2013 : Das gefährliche Treiben mit den Notenbanken

2013 droht ein offener Konflikt an der Währungsfront: Im Kampf um die besten Plätze im beinharten globalen Wettbewerb bringen sich die großen Wirtschaftsräume von Washington bis Tokio dafür in Stellung.

Die japanische Notenbank will mit einer wahren Geldschwemme dafür sorgen, dass das Land die lähmende Deflations-Spirale aus sinkenden Preisen und nachlassender Investitionsneigung durchbricht. Mit dem von der Regierung gewünschten Anwerfen der Notenpresse bis zum Anschlag wird auch die Landeswährung Yen tendenziell zum Dollar schwächer. Damit können die lange unter dem harten Yen leidenden Firmen auf den Auslandsmärkten verlorenes Terrain zurückerobern. Macht diese aggressive Politik Schule, kommt ein Abwertungswettlauf in Gang - mit fatalen Folgen für die Weltwirtschaft und die Unabhängigkeit der Notenbanker.

"Bisher ist das internationale Währungssystem ohne Abwertungswettläufe durch die Krise gekommen und ich hoffe sehr, dass es dabei bleibt", mahnt Bundesbankpräsident Jens Weidmann. Der britische Notenbankchef Mervyn King wurde bereits deutlicher: "Meine Sorge ist es, dass wir 2013 mehr aktive Eingriffe in die Wechselkurse sehen werden." Die Gefahr ist da: In den USA bekämpft die Zentralbank bereits seit Jahren die Krise mit dem Drucken von Billionen frischen Dollars und sorgt damit auch dafür, dass die Landeswährung tendenziell geschwächt wird. Und China steht für einen künstlich niedrig gehaltenen Yuan-Kurs ohnehin seit langem am Pranger.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat zwar unbegrenzte Anleihenkäufe von Krisenstaaten zum Erhalt des Euro in Aussicht gestellt. Doch halten EZB-Chef Mario Draghi und seine Mitstreiter geldpolitisch an einem Dogma fest: Die Geldmenge darf nicht aufgebläht werden, damit der Inflation nicht Tür und Tor geöffnet wird. Sie schöpft regelmäßig die Milliardenbeträge wieder ab, die sie über Anleihenkäufe in das Finanzsystem gepumpt hat.

In Japan steuert die von der Regierung vor sich her getriebene Notenbank einen diametral entgegengesetzten Kurs: Ihr geht es ausdrücklich darum, die lähmende Deflation abzuschütteln und wieder ein gesundes Maß an Inflation zu erzeugen. Quasi als gewünschter Nebeneffekt sinkt zudem der Außenwert der Landeswährung, die wegen ihrer Härte den exportlastigen Unternehmen vom Autobauer Toyota bis hinzu zu den angeschlagenen Elektronikriesen Panasonic und Sony das Leben schwer gemacht hat. "Japan betreibt aktive Währungspolitik in Richtung einer Yen-Abwertung", sagt der Japan-Experte der Commerzbank, Marco Wagner. Er zitiert ein Regierungsmitglied, das von einem Wechselkurs von 100 Yen zum Dollar gesprochen habe, der noch in Ordnung sei. "Das ist für mich ein Zeichen, dass sie auf Abwertung setzen", sagt Wagner.

(REU)