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Corona: Weltbank prognostiziert schwerste globale Rezession seit Zweitem Weltkrieg

Corona-Krise : Weltbank prognostiziert schwerste globale Rezession seit Zweitem Weltkrieg

Die Weltwirtschaft wird wegen der Folgen der Coronavirus-Pandemie in diesem Jahr nach einer Prognose der Weltbank die schwerste Rezession seit dem Zweiten Weltkrieg erleben. Die globale Wirtschaftsleistung wird um 5,2 Prozent schrumpfen.

So heißt es in einem am Montag veröffentlichten Bericht der Weltbank. Besonders betroffen seien die Industrieländer, für die insgesamt ein Einbruch von sieben Prozent prognostiziert wird. Die Wirtschaft der Eurozone soll demnach sogar um 9,1 Prozent schrumpfen.

„Das ist eine zutiefst bedrückende Prognose“ erklärte Weltbank-Vizepräsidentin Ceyla Pazarbasioglu. „Die Krise wird wahrscheinlich lange anhaltende Wunden und große globale Herausforderungen hinterlassen“, sagte sie. Es handle sich um einen „globalen wirtschaftlichen Schock enormen Ausmaßes“, so die Weltbank.

Wird die Zahl der betroffenen Länder betrachtet, gab es demnach sogar seit dem Jahr 1870 keine vergleichbare Wirtschaftskrise. Pazarbasioglu sagte, die Corona-Krise dürfte 70 bis 100 Millionen Menschen in extreme Armut treiben.

Sollte die Pandemie in der zweiten Jahreshälfte weitgehend unter Kontrolle gebracht werden können, prognostiziert die Organisation für 2021 ein Wachstum der Weltwirtschaft um 4,2 Prozent. Falls die Folgen der Pandemie schlimmer ausfallen sollten, könnte die Wirtschaft dieses Jahr allerdings um bis zu acht Prozent einbrechen und 2021 nur geringfügig um gut ein Prozent wachsen, warnte die Weltbank.

Im Januar hatte die Weltbank für 2020 noch ein globales Wachstum von 2,5 Prozent prognostiziert. Die jetzt erfolgte Herabstufung um 7,7 Prozentpunkte auf 5,2 Prozent sei die bislang „schnellste und weitestgehende“ Korrektur der globalen Wachstumsprognose, erklärte Prognose-Chef Ayhan Kose. „Wenn die Vergangenheit uns eines lehren kann, dann ist es, dass es weitere Herabstufungen der Wachstumsprognose geben könnte“, sagte er. Regierungen müssten daher möglicherweise bereit sein, noch mehr zu tun, um die Konjunktur zu stützen.

(felt/dpa)