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Corona-Steuerloch: Steuereinnahmen im Januar um 11,1 Prozent gesunken

Corona-Steuerloch : Steuereinnahmen im Januar um 11,1 Prozent gesunken

Krisenbedingt sind die Steuereinnahmen von Bund, Ländern und Gemeinden im Januar im Vergleich zum Vorjahr gesunken, berichtet das Bundesfinanzministerium. Ökonomen rechnen mit einer Erholung.

Die Steuereinnahmen von Bund, Ländern und Gemeinden sind im Januar um 11,1 Prozent gegenüber dem Januar 2020 gesunken, heißt es im am Freitag veröffentlichten Monatsbericht des Bundesfinanzministeriums. Die Einnahmen des Bundes sanken demnach um 12,8 Prozent, die der Länder um zehn Prozent. Die Einnahmen der Gemeinden aus ihrem Anteil an den Gemeinschaftsteuern verringerten sich um 6,7 Prozent. Die Einnahmen summierten sich auf knapp 47 Milliarden Euro.

„Die konjunkturellen Auswirkungen der Corona-Krise belasteten weiterhin das Steueraufkommen“, heißt es im Monatsbericht des Finanzministeriums. „Wie in den vorangegangenen Monaten beeinflussten daneben auch die Auswirkungen untergesetzlicher Maßnahmen in Verbindung mit dem Coronavirus (Stundungen, Absehen von Vollstreckungsmaßnahmen, Herabsetzung der Vorauszahlungen) die Steuereinnahmen.“

Im Dezember hatte das Minus lediglich bei gut zwei Prozent gelegen, Kostenpflichtiger Inhalt im Gesamtjahr 2020 bei 7,3 Prozent. 2021 rechnen die meisten Ökonomen mit einer deutlichen Erholung der Wirtschaft von der Pandemie. Das Steueraufkommen von Bund und Ländern soll dadurch um knapp fünf Prozent zulegen.

Konjunkturell attestierte das Finanzministerium eine Spaltung - eine fortgesetzte Erholung der Industrie, aber starke Auswirkungen der Corona-Krise auf den Dienstleistungssektor. In den nächsten Wochen sei "insgesamt weiterhin mit einer gebremsten konjunkturellen Entwicklung" zu rechnen.

Den deutlichen Anstieg der Inflation im Januar führte das Finanzministerium auf die wieder höhere Mehrwertsteuer und höhere Energiepreise zurück. Die Teuerungsrate lag zu Jahresbeginn bei 1,0 Prozent, nachdem sie seit September durchgehend leicht negativ war. In den nächsten Monaten sei mit einer ähnlichen Größenordnung wie im Januar zu rechnen, so das Finanzministerium.

(mar/peng/Reuters)