1. Wirtschaft
  2. Finanzen

Bundesbankchef Jens Weidmann: Bundesbank wird weniger Geld an Bund überweisen

Bundesbankchef Jens Weidmann : Bundesbank wird weniger Geld an Bund überweisen

Die Bundesbank wird in diesem Jahr weniger Gewinn an den Bund überweisen als 2011. Das kündigte Bundesbankchef Jens Weidmann in einem Interview an. "Die Gewinnausschüttung wird deutlich geringer ausfallen als im vergangenen Jahr", sagte er.

2010 hatte die Bundesbank laut "Spiegel" 2,2 Milliarden Euro erwirtschaftet und 1,6 Milliarden Euro für Risiken zurückgestellt. Weidmann sagte, die Bundesbank werde ihre Rückstellungen aufstocken. Er bezweifelte, dass die Notenbanken signifikante Summen zur Rettung Griechenlands beitragen könnten. Die Diskussion um mögliche Erträge aus dem Staatsanleihenengagement habe "etwas von einer Milchmädchenrechnung", sagte er. Es sei keineswegs sicher, dass mit den Bonds Gewinn erzielt werden könne, sagte Weidmann.

Weidmann: Weltwirtschaft erholt sich

In der Weltwirtschaft sieht es dagegen nach den Worten von Bundesbank-Präsident Jens Weidmann inzwischen etwas besser aus als noch vor wenigen Monaten. Nach einer Schwächephase würden die Indikatoren inzwischen wieder etwas günstiger, sagte Weidmann am Rande des G20-Treffens der Finanzminister und Notenbankchefs am Samstagabend in Mexiko City.

Insofern bestünden Chancen, die letzten eher pessimistischen Prognosen des Internationalen Währungsfonds (IWF) zu übertreffen. "Dieses Konjunkturbild gilt für die Weltwirtschaft, es gilt aber auch .... für den Euro-Raum und Deutschland". Die Perspektiven hätten sich gerade in Europas größter Volkswirtschaft zuletzt etwas aufgehellt.

In seiner letzen Aktualisierung vom Januar 2012 hatte der IWF seine Wachstumsprognosen für die meisten Länder teils deutlich zurückgenommen. Für die Weltwirtschaft rechnet er danach 2012 nur noch mit einem Wachstum von 3,3 Prozent. Für die Euro-Zone erwartet der Fonds mit einem Minus von 0,5 Prozent gar eine Rezession. Auch für Deutschland war der IWF zuletzt mit einer Wachstumsannahme von 0,3 Prozent erheblich pessimistischer als noch wenige Monate zuvor.

"Die deutsche Wirtschaft ist grundsätzlich in einer sehr guten Verfassung", sagte Weidmann. Die Kapazitäten im Land seien "normal" ausgelastet. Allerdings schränkte der Präsident der Deutschen Bundesbank ein, seine generell zuversichtlichere Sicht stehe und falle mit der weiteren Entwicklung in der Staatsschuldenkrise im Euro-Raum. Die deutsche Seite habe bei der G20-Konferenz deutlich gemacht, dass entgegen dem Eindruck mancher Partner Deutschland einen beträchtlichen Beitrag zur Überwindung dieser Krise geleistet habe und leiste. Deutschland sei der Stabilitätsanker für Europa.

  • 2012: Damit rechnen die Branchen
  • Quirinuscup 2019 hier weibl. C Jgd.
    Handball : Europa grüßt Quirinus-Cup
  • Alter Wirtschaftshof in Jüchen wird kernsaniert : Bund fördert die Sanierung auf Schloss Dyck

Entschieden wandte sich Weidmann gegen Forderungen, wie sie etwa von internationalen Wirtschaftsorganisationen kamen, Deutschland solle seinen vergleichsweise großen fiskalischen Spielraum nutzen, um staatliche Konjunkturanreize zu geben. Finanzpolitischer Aktionismus ist nach Weidmanns Dafürhalten jedoch nicht angebracht. Zudem sei das Argument, dass Deutschland damit auch seinen Handelspartnern im Ausland helfen könne, wenig stichhaltig, denn die Ausstrahlungseffekte von staatlichen Impulse auf das Ausland seien relativ gering. Zudem könne das Vertrauen in die finanzielle Stabilität Deutschlands leiden.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Merkels Mann für die Bundesbank

(APD/RTR)