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Börse: Dax kennt kein Halten - 12.000 Punkte in greifbarer Nähe

Börse : Dax kennt kein Halten - 12.000 Punkte in greifbarer Nähe

Der Dax nähert sich in rasantem Tempo der Rekordmarke von 12.000 Punkten. Am Freitag spurtete der Leitindex erneut den übrigen Börsen Europas und der Wall Street davon und schloss 0,9 Prozent höher bei 11.901,61 Punkten, ein Wochenplus von drei Prozent. Eine neue Bestmarke setzte er bei 11.903,33 Zählern.

Vor allem der erneut schwächere Euro half den exportstarken deutschen Börsenunternehmen auf die Sprünge. Der EuroStoxx50 kam lediglich auf ein Plus von 0,4 Prozent. Nach Ansicht von Börsianern wird die Dax-Rekordjagd in der kommenden Woche anhalten. Aktien seien weiterhin heiß begehrt, bislang würden kleine Kurs-Rücksetzer stets für den Einstieg genutzt, sagte ein Händler. "Die 12.000er Marke kann jeden Moment fallen."

Haupttreiber ist das billionenschwere Anleihe-Kaufprogramm der EZB: Bis September 2016 wollen die Notenbanker monatlich 60 Milliarden Euro Anleihen am Markt erwerben. Damit haben sie allein in der ersten Woche des Kaufprogramms den Euro zeitweise unter 1,05 Dollar gedrückt. Am Freitag markierte die Gemeinschaftswährung mit 1,0481 Dollar ein frisches Zwölf-Jahres-Tief.

Der im Gegenzug steigende US-Dollar bereitet den Investoren dort zunehmend Bauchschmerzen: sie fürchten, dass die Gewinne der Unternehmen darunter leiden. Zudem warf die Sitzung der US-Notenbank Fed ihre Schatten voraus. "Die Erwartung ist, dass die Fed den Raum für Zinserhöhungen öffnet", sagte Commerzbank-Devisenanalystin Esther Reichelt. Die US-Zentralbanker beraten am Dienstag und Mittwoch über die Geldpolitik.

An der Wall Street verlor der Dow-Jones-Index mehr als ein Prozent. Auch die Stimmung der amerikanischen Konsumenten trübte sich überraschend ein. Der Index zum US-Verbrauchervertrauen der Uni Michigan fiel im März um 4,2 auf 91,2 Punkte. Experten hatten mit einer leichten Verbesserung gerechnet. Die Verbraucher beurteilten sowohl die wirtschaftliche Lage als auch die Aussichten schlechter als im Vormonat.

Erleichterung über die Commerzbank

Kasse machten Anleger bei K+S nach der Bilanzvorlage vom Vortag. Die Papiere fielen um 1,1 Prozent auf 31,51 Euro. Am Donnerstag hatten sie 7,5 Prozent zugelegt. Auch bei den Energiewerten ging es abwärts: E.ON und RWE gaben 1,7 beziehungsweise 1,1 Prozent nach. Größter Dax-Gewinner waren Aktien der Commerzbank mit einem Plus von 4,9 Prozent auf 12,58 Euro, nachdem das Institut mit den USA einen Vergleich im Streit um Sanktionsverstöße getroffen hatte.

Die verhängte Strafe über 1,5 Milliarden Dollar liege zwar über dem im vergangenen Sommer kolportierten Volumen, aber die Einigung an sich sei positiv, sagte Equinet-Analyst Philipp Häßler. Jetzt könne sich das Institut auf sein Geschäft konzentrieren. Größter Gewinner im MDax waren Kuka, die im Schlepptau des Konkurrenten Fanuc 3,4 Prozent zulegten. Der japanische Roboterbauer erwägt einem Medienbericht zufolge eine Dividendenerhöhung und einen Aktienrückkauf.

Im europäischen Bankensektor drückten Spekulationen auf eine Kapitalerhöhung die Aktien der spanischen Sabadell um 2,3 Prozent. Sabadell hatte am Vortag angekündigt, die Filial-Tochter TSB der britischen Lloyds für 2,6 Milliarden Dollar übernehmen zu wollen. Die Aussicht auf schwindende Gewinnausschüttungen beim italienischen Ölkonzern Eni vergraulte die Anleger. Die Aktien stürzten an der Mailänder Börse um 4,6 Prozent ab.

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(REU)