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Auch die Gaspreise steigen: 764 Stromversorger erhöhen 2013 die Preise

Auch die Gaspreise steigen : 764 Stromversorger erhöhen 2013 die Preise

2013 erwarten Verbraucher in den ersten Monaten massive Energiepreiserhöhungen. Im Januar und Februar steigen die Strompreise bei 755 Grundversorgern. Weitere neun Anbieter folgen im März und April – also insgesamt 764 Firmen. Das sind über drei Viertel aller Stromversorger.

2013 erwarten Verbraucher in den ersten Monaten massive Energiepreiserhöhungen. Im Januar und Februar steigen die Strompreise bei 755 Grundversorgern. Weitere neun Anbieter folgen im März und April — also insgesamt 764 Firmen. Das sind über drei Viertel aller Stromversorger.

Zusätzlich erhöhen 110 Grundversorger die Gaspreise. Das ergibt eine Auswertung der Energiepreisveränderungen durch das Verbraucherportal Check 24. "Gründe für die Preiserhöhungen sind unter anderem die Anstiege bei der Umlage für die Förderung des Ökostroms sowie den Netznutzungsgebühren", sagt Isabel Wendorff, Energieexpertin des von Check24.de. "Wir gehen davon aus, dass im Frühjahr zahlreiche weitere Grundversorger nachziehen und ebenfalls ihre Strompreise anheben werden — darunter wahrscheinlich auch die RWE", ergänzt Wendorff.

Beim Strom steigen im Durchschnitt die Kosten für einen Vier-Personen-Haushalt (Jahresverbrauch 5000 Kilowattstunden) um zwölf Prozent bzw. 156 Euro pro Jahr. In der Spitze bei einem Unternehmen wird Strom sogar um 20 Prozent (261 Euro) teurer. Betroffen sind die Kunden der Energieversorgung Buching-Trauchgau. Von Preiserhöhungen sind deutschlandweit mehr als 35 Millionen Haushalte betroffen.

Beim Gas zahlt eine vierköpfige Familie (Jahresverbrauch 20.000 kWh) im Durchschnitt sechs Prozent (89 Euro) mehr für die Lieferung, in der Spitze sogar bis zu 16 Prozent bzw. 230 Euro. In den Liefergebieten der erhöhenden Anbieter liegen über zwei Millionen der 20,2 Millionen Haushalte in Deutschland mit Gasversorgung.

Allerdings senken beim Gas auch 19 Grundversorger ihre Preise um bis zu 13 Prozent (255 Euro) bzw. im Schnitt um fünf Prozent (77 Euro) jährlich. Auf Dauer stellt sich die Frage, ob die sinkenden Preise für Gas auf dem Weltmarkt dazu führen, dass auch in Europa Gas billiger wird — da Europa aber bisher überwiegend von per Pipeline gelieferten Vorkommen in Rußland und Norwegen abhängig ist, bringt es erst einmal wenig, dass speziell in den USA Gas immer billiger wird.

Darum sind in Deutschland und Europa erst einmal hohe Energiepreise zu erwarten. Im kommenden Jahr wird dabei die Belastung der Stromkunden durch Steuern, Abgaben und staatlich verordnete Umlagen nach einer Prognose der Energiewirtschaft auf über 30 Milliarden Euro ansteigen.

Der Staat kassiert kräftig ab

Rund die Hälfte des Strompreises entfalle damit künftig auf staatlich induzierte Bestandteile, berichtete der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) gestern. Bisher lag der "Staatsanteil" bei Haushaltsstrom demnach bei 45 Prozent. Grund für den Anstieg sind laut BDEW unter anderem die deutliche Erhöhung der Umlage zur Förderung der Wind- und Sonnenenergie um 47 Prozent, die Verdoppelung der Umlage zur Entlastung stromintensiver Betriebe von den Netzentgelten und die Einführung einer neuen Offshore-Haftungsumlage zur Förderung von Windparks auf hoher See. Der Verbraucher zahlt, wenn Windparks nicht rechtzeitig angeschlossen werden.

Doch ist dies nicht die einzige Veränderung, auf die sich der Energiekunde 2013 einstellen muss. Verschärft wird auch die europäische Ökodesign-Richtlinie für den Stand-by-Verbrauch neuer Geräte, wie der BDEW mitteilte. Durften elektrische Geräte bislang im Stand-by-Betrieb zwei Watt verbrauchen, so wird der zugelassene Energiekonsum zum Jahreswechsel auf ein Watt halbiert. Geräte ohne Statusanzeige dürfen sogar nur noch maximal ein halbes Watt verbrauchen.

Hier geht es zur Infostrecke: So steigen die Strompreise in der Region

(RP/felt)