10 Möglichkeiten für die private Altersvorsorge - so sparen Sie für eine Zusatz-Rente

Rentenserie : Zehn goldene Regeln für die Vorsorge

Ohne private Vorsorge geht im Rentenalter bei den meisten nichts. Deshalb kann man gar nicht früh genug mit dem Sparen anfangen.

Jeden Monat fließen vom Konto der meisten Arbeitnehmer Beträge in die gesetzliche Rentenversicherung. Doch diese Summen und der Anteil des Arbeitgebers reichen in vielen Fällen nicht aus, wenn es darum geht, den Lebensstandard im Alter zu sichern. Seit Jahren mahnen Politiker und Anbieter von Vorsorgeprodukten die Deutschen, sie mögen ausreichend privat vorsorgen, um die Rentenlücke zu schließen. Welche Regeln Sparer dabei berücksichtigen sollten:

Möglichst früh anfangen

Mit Mitte 20 oder 30 wollen viele junge Menschen noch keinen Gedanken an die Rente verschwenden. Menschlich nachvollziehbar, ökonomisch ein großer Fehler: Je früher man mit dem Sparen anfängt, desto besser. Dazu ein Rechenbeispiel: Wenn man mit Mitte 40 etwa 20 Jahre lang monatlich 100 Euro spart, kann man mit 67 eine monatliche Zusatzrente von etwa 125 Euro erwarten. Wer den Hunderter schon mit Mitte 20 zurücklegt, kassiert als Rentner etwa 450 Euro, also mehr als das Dreieinhalbfache des Betrags aus dem ersten Beispiel.

Kleinvieh macht auch Mist

Wer glaubt, Sparen lohne sich nur mit mehr oder weniger großen Summen, der irrt. Wer 30 Jahre lang 100 Euro monatlich zur Seite legt, kommt am Ende der Laufzeit schon auf 36.000 Euro, und da ist nicht mal der kleinste Zinseffekt eingerechnet. Der sollte andererseits zumindest den Nachteil der Inflation ausgleichen.

Keine Angst vor Aktien

Die erhoffte Aktienkultur hat sich in Deutschland auch nach dem Börsenboom vergangener Jahre nicht eingestellt. Im vergangenen Jahr besaß etwa jeder sechste Bundesbürger Aktien oder Anteile an Aktienfonds. Die Zahl liegt damit wieder ungefähr auf dem Niveau vor der Finanzkrise. Dabei sollten es schon viel mehr sein: Keine Anlageklasse kann langfristig die Renditen der Aktien schlagen. Man muss nur entsprechend Geduld aufbringen, aber wenn die bei langfristigen Investments wie jenen fürs Alter nicht vorhanden ist, wann dann?

Keine Rendite ohne Risiko

Andererseits muss sich jeder Anleger darüber im Klaren sein, dass mehr Rendite auch mehr Risiko bedeutet. Das gilt nicht nur bei Aktien, sondern beispielsweise auch bei Staats- oder Unternehmensanleihen. Die Faustregel: Je mehr Zinsen jemand zahlt, umso genauer sollte man hinschauen. Niemand zahlt in der Niedrigzinsphase sechs oder acht Prozent Zinsen, wenn er nicht schon bei anderen Kapitalgebern abgeblitzt ist.

Totalverlust ausschließen

Wer vorsorgt, sollte Anlagen meiden, bei denen das eingesetzte Kapital verlorengehen könnte. Also: keine geschlossenen Immobilienfonds, keine Wetten auf Währungen, Rohstoffe, keine Kryptowährungen oder Aktien, bei denen das Geschäftsmodell nicht geheuer erscheint.

Rechtzeitig umschichten

Je jünger der Sparer ist, desto eher kann er beispielsweise Kursschwankungen aussitzen. Entsprechend gilt: Ab einem bestimmten Alter sollte man Papiere umschichten, hin zu sicheren Geldanlagen, weg von zwar renditestarken, aber riskanteren Investments. Die Faustregel dazu lautet: 100 minus Lebensalter gleich maximaler Anteil von Aktien am Gesamtportfolio. Aber solche Prinzipien hängen natürlich stark an der persönlichen Lebenssituation.

Auf die Kosten schauen

Bei jeder Geldanlage sollte man genau auf die Aufwendungen achten. Abschluss- und Verwaltungskosten sowie Depotgebühren schlucken Teile der Rendite. Verbraucher sollten Anbieter vor dem Abschluss vergleichen.

Die Steuer nicht vergessen

Beiträge zur Altersvorsorge können von der Steuer abgesetzt werden. Das sind beispielsweise Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung, zu einer Riester-Rente oder zu einer privaten Rürup-Rente sowie Zahlungen an berufsständische Versorgungswerke.


Reserven bilden

Fürs Alter vorsorgen, ist zwar wichtig, aber auch nicht allein selig machend. Denn es muss ja auch noch ausreichend Geld für aktuelle Notfälle vorhanden sein. Das bedeutet: Nicht jeden freien Euro in eine Rentenversicherung oder einen Aktienfonds stecken, sondern Reserven bilden. Mindestens drei Nettomonatsgehälter sollten zurückbehalten werden, empfehlen Anlageexperten.

Berufsunfähigkeit absichern

Wer gar nicht mehr arbeiten kann, erhält zwar eine Erwerbsunfähigkeitsrente, die liegt aber im Durchschnitt deutlich unter 1000 Euro. Deshalb gilt als Faustregel für den Schutz vor Risiken aus einer Berufsunfähigkeit (BU): Wer seinen Lebensstandard halten will, sollte eine Police abschließen, die mindestens 70 Prozent des derzeitigen Nettoeinkommens absichert und bis zur Rente läuft. Wer beispielsweise mit 30 eine solche Versicherung schließt, kann für 150 Euro Monatsbeitrag später eine BU-Rente zwischen 1500 und 2000 Euro bekommen.

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