Frankfurt/M.: Finanzaufsicht verschärft Prüfung der Deutschen Bank

Frankfurt/M. : Finanzaufsicht verschärft Prüfung der Deutschen Bank

Auch die zweite Führungsebene des Unternehmens steht wegen des Skandals um mögliche Zinsmanipulationen unter Beobachtung.

Auch die deutsche Bankenaufsicht zieht die Zügel gegenüber der Deutschen Bank an. Milliarden für zurückgestellte Rechtsrisiken, Milliarden für noch offene Prozessfolgen - "es liegt nahe, dass sich die Aufsicht da ein Bild machen will", heißt es in Frankfurt. Neben dem Vorstand unter Führung von Jürgen Fitschen und Anshu Jain wird auch das darunter angesiedelte "Group Executive Committee" mit 20 Mitgliedern geprüft. Anlass ist wieder mal der Skandal um Manipulationen des Libor-Zinses. Nachdem die Bafin im Mai angekündigt hatte, dass die Untersuchung im Sommer abgeschlossen sein solle, wird nun darüber spekuliert, dass die Ausweitung der Untersuchung das Verfahren in die Länge ziehen könnte. In Frankfurt heißt es die Rechtsrisiken der Deutschen Bank hätten so stark zugenommen und die drohenden Strafen gerade in den USA seien so hoch, dass die Aufsicht noch genauer hinschauen müsse, um sich sicher zu sein.

Die Deutsche Bank äußert sich dazu im Detail nicht. Sie hat aber abermals bestätigt, dass sie von Aufsichtsbehörden in Europa, Nordamerika und aus der Region Asien / Pazifik Informationsanfragen erhalten habe und dass es dabei um den Libor und andere Zinssätze im Interbankenmarkt gehe. "Die Deutsche Bank kooperiert mit den Behörden hinsichtlich dieser Untersuchungen", teilte eine Sprecherin mit. Zusätzlich führe die Bank eine eigene umfangreiche Untersuchung zu den Vorgängen um Referenzzinssätze durch: "Nach aktuellem Stand der Untersuchungen war kein amtierendes oder früheres Mitglied des Vorstands in irgendeiner unangemessenen Weise in die untersuchten Vorgänge um Referenzzinssätze verwickelt." Für den Analysten Dieter Hein von fairesearch steht gleichwohl fest, dass Co-Vorstand Anshu Jain verantwortlich ist. Jain sei zwischen 2001 und 2012 Chef des Investmentbankings der Deutschen Bank gewesen. Auf diese Teilbank entfielen alle Strafzahlungen. "Er ist genau der, der dafür verantwortlich ist", sagte Hein: "Dass dass er immer noch in Amt und Würden ist, kann eigentlich nur erstaunen."

(RP)