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Düsseldorf: Fehlstart für den Messenger der Post

Düsseldorf : Fehlstart für den Messenger der Post

Die neue App des Konzerns verwirrt viele Nutzer mit Fehlermeldungen.

Mit 500 Jahren Erfahrung in der Übermittlung von Nachrichten bewirbt die Deutsche Post AG ihre neue App SIMSme. Umso peinlicher sind die ersten Reaktionen der Nutzer. In sozialen Netzwerken beschweren sich Tester über zahlreiche Probleme. Auch auf den Download-Plattformen für iOS und Android bewerten die Nutzer die App unterdurchschnittlich. Im Google Play Store hat jeder zweite Bewerter nur einen Stern vergeben.

Die Nutzer beschweren sich über Fehlermeldungen bei der Installation. In einigen Fällen sei die Anmeldung unmöglich, weil angeblich die Telefonnummer schon angemeldet sei. Andere kritisieren häufige Abstürze beim Versenden oder Öffnen von Nachrichten. Auch beim Test unserer Redaktion funktionierte die App nicht ordentlich.

Die Deutsche Post gibt an, mit dem Ansturm der Nutzer nicht fertig geworden zu sein. Die Serverkapazitäten sollen kurzfristig erweitert werden. Einige Internet-Dienste sprechen bereits von einem Fehlstart und sehen das Projekt schneller scheitern als den Briefversand. Abzuschreiben ist SIMSme aber nicht.

Wenn die Post die Kinderkrankheiten in den Griff bekommt, hat die App gute Chancen, ein Erfolg zu werden. Allerdings wird sie nicht dem Branchenprimus WhatsApp gefährlich, sondern der Messenger-App Threema, die seit Monaten auf Platz eins der Charts der kostenpflichtigen Apps liegt. SIMSme kommt wegen der Sicherheitsaspekte gut an. Die Post-App setzt auch auf eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, hat aber einen bekannteren Hersteller, ist einfacher zu benutzen und ist günstiger. SIMSme ist zunächst kostenlos - nur wer Nachrichten nutzen möchte, die sich selbst zerstören, muss einmalig 89 Cent bezahlen.

(RP)