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Fehlender Mietspiegel: Mietpreisbremse läuft in vielen Städten ins Leere

Fehlender Mietspiegel : Mietpreisbremse läuft in vielen Städten ins Leere

Eigentlich sollte die Mietpreisbremse Wohnraum für Mieter billiger machen. Nun stellt sich heraus: Drei Viertel aller Städte mit Mietpreisbremse haben gar keinen Mietspiegel, an dem sich Mieter und Vermieter orientieren könnten.

Somit fehle in den 177 betroffenen Kommunen die Grundlage, um das Gesetz effektiv umzusetzen, berichtet die "Süddeutsche Zeitung". Für Mieter und Vermieter sei es ohne Mietspiegel schwierig, die ortsübliche Vergleichsmiete mit geringem Aufwand herauszufinden. "De facto läuft die Mietpreisbremse ohne Mietspiegel ins Leere", sagte Steffen Sebastian, Immobilienökonom an der Universität Regensburg, dem Blatt. Nur 62 Gemeinden in Deutschland mit Mietpreisbremse hätten auch einen Mietspiegel.

Die große Koalition hatte die Mietpreisbremse 2015 eingeführt. Sie soll Mieter vor zu hohen Mieten schützen. Bei einer Wiedervermietung darf die Miete höchstens zehn Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen. In Gemeinden ohne Mietspiegel müssen Mieter und Vermieter auf Alternativen zurückgreifen und sich mit Vergleichswohnungen oder Gutachten behelfen.

(felt/AFP)