1. Wirtschaft

Die Preisträger (11/20): Fahrräder für die Mitarbeiter-Motivation

Die Preisträger (11/20) : Fahrräder für die Mitarbeiter-Motivation

Im Kampf um die besten Talente setzt Jüke Systemtechnik auf ungewöhnliche Maßnahmen.

Fahrräder statt Firmenwagen - das ist aus Sicht von Heinz Jürgens der Schlüssel zum Erfolg. Als Mittelständler im Münsterland müsse man sich immer wieder etwas Neues einfallen lassen, um als Arbeitgeber attraktiv zu sein, sagt der Gründer und Geschäftsführer der Jüke Systemtechnik GmbH. Seine neueste Idee sind Fahrräder, die von Mitarbeitern dann mit Steuervorteilen übernommen werden können. "Wenn die jungen Leute erstmal gen Süden gezogen sind, nach Stuttgart oder München, wird es schwer, sie zurückzuholen."

Sich zu behaupten und den eigenen Betrieb notfalls an neue Gegebenheiten anzupassen, damit kennt sich Jürgens inzwischen aus. Obwohl das Unternehmen erst 25 Jahre alt ist, hat er schon einmal radikal das Geschäftsmodell gewechselt, als er merkte, dass die Zukunft eher in anderen Bereichen liegt. Das überzeugte auch die Jury des Wettbewerbs "NRW - Wirtschaft im Wandel", die Jüke als eines von 20 Unternehmen auszeichnete.

Heute produziert und entwickelt das Unternehmen unter anderem Medizintechnik, Lasermesstechnik und Automatisierungstechnik. Zu den Kunden zählen große Anbieter wie Olympus oder GE-Healthcare.

Angefangen hat bei Jüke 1990 alles mit Waschmaschinen. Jürgens hatte ein Gerät entwickelt, mit dem die Konzentration in den Trommeln in der chemischen Textilreinigung überwacht wurden. Weil die Stoffe, die dabei zum Einsatz kämen, teilweise krebserregend und hoch gefährlich seien, müssten die Geräte genau überwacht werden, so Jürgens: "Damit man die Chemikalien später nicht an der Wursttheke nebenan wiederfindet."

Irgendwann seien die gesetzlichen Vorgaben jedoch aufgeweicht und Grenzwerte hochgesetzt worden. "Da waren unsere Produkte zu teuer", sagt Heinz Jürgens. Also änderte er Mitte der 1990er Jahre das Geschäftsmodell. Der Umsatz hat sich seitdem vervielfacht und liegt inzwischen bei mehr als zehn Millionen Euro.

Seitdem bietet Jüke als Systemlieferant Dienstleistungen für die Produktentwicklung an. "Wir entwickeln für unsere Kunden nicht nur als Ingenieurbüro ein Produkt, sondern fertigen es auch", sagt Jürgens. So bekomme der Kunde am Ende alles aus einer Hand.

Weil die Stückzahlen, anders als bei Konsumgütern, relativ gering sind, ist auch der Standort Münsterland gegenüber asiatischen Ländern konkurrenzfähig. Mehr als die Hälfte seiner Produkte exportiert Jüke ins Ausland.

Nun soll der nächste Schritt folgen. Momentan baut Jüke an und verdoppelt so seine Produktionsfläche für die knapp 75 Mitarbeiter. "Wir tasten uns gerade heran, größere Stückzahlen zu produzieren", sagt Jürgens.

(RP)