Düsseldorf: Experten: Löhne steigen um 2,5 Prozent – mehr Vollzeitjobs

Düsseldorf : Experten: Löhne steigen um 2,5 Prozent – mehr Vollzeitjobs

Der Aufschwung der deutschen Wirtschaft macht sich zunehmend auch in den Portemonnaies der Arbeitnehmer bemerkbar. Laut einer Prognose des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) dürften die Löhne in diesem Jahr durchschnittlich um 2,5 Prozent steigen, ein Jahr darauf betrage der Lohnzuwachs sogar drei Prozent. Vor allem Beschäftigte in den exportierenden Branchen profitieren nach Angaben der DIW-Ökonomen von den beachtlichen Produktionssteigerungen. Zudem rechnen die Experten mit einer fortgesetzten Erholung am Arbeitsmarkt: Die Arbeitslosigkeit werde in diesem Jahr auf 2,97 Millionen und im kommenden Jahr auf 2,85 Millionen sinken – eine Entwicklung, für die auch neueste Zahlen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, also des Forschungsinstituts der Bundesagentur für Arbeit, sprechen: Demnach setzen die Unternehmen zunehmend auf Vollzeitbeschäftigte. Die Zahl der Vollzeitbeschäftigten nahm in den ersten drei Monaten dieses Jahres gegenüber dem gleichen Zeitraum im Vorjahr um 1,6 Prozent zu. Bei den Teilzeitbeschäftigten fiel der Anstieg mit 1,5 Prozent geringer aus.

Arbeitsmarktexperten gehen davon aus, dass die Zunahme bei den Vollzeitbeschäftigten auch eine Reaktion der Unternehmen auf den wachsenden Fachkräftemangel ist. Der Präsident der Gesellschaft für Arbeitswissenschaft, Ralph Bruder, beschreibt die derzeitige Situation vieler Arbeitgeber als gespalten: "Noch wirkt die Schockwelle der Krise nach und hält so manchen davon ab, die Kernbelegschaft wieder deutlich aufzustocken." Die Sorge, bei einem möglichen erneuten Wirtschaftseinbruch nicht angemessen schnell reagieren zu können, sei noch zu groß, sagt Bruder. "Andererseits wächst bei den Arbeitgebern aber zunehmend die Sorge, dass ihnen dadurch die besten Leute für die Kernbelegschaft entgehen."

Aus diesem Grund, so vermutetet der Direktor des Düsseldorfer Instituts für angewandte Arbeitswissenschaft, Sascha Stowasser, werde sich in Zukunft auch der "Klebe-Effekt" bei den Zeitarbeitsfirmen erhöhen. Darunter verstehen Experten den Fall, dass eine entliehene Fachkraft von dem entleihenden Unternehmen dauerhaft abgeworben wird.

(RP)
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