EVG stimmt für Streiks bei Eurobahn - auch RE3 und RE13 betroffen

Schienenverkehr : EVG stimmt für Streik bei Eurobahn

Gibt der Bundesvorstand grünes Licht, legen die Keolis-Beschäftigten unbefristet die Arbeit nieder. Die Eurobahn will dem Streik mit Schienenersatzverkehr und flexibleren Schichten beikommen.

Auf Pendler, die mit den Zügen der Eurobahn unterwegs sind, kommen ungemütliche Zeiten zu. Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) gab das Ergebnis einer Urabstimmung bekannt. 94 Prozent der EVG-Mitglieder bei der Betreiberfirma Keolis stimmten für unbefristete Streiks.

Keolis ist unter anderem zuständig für den Rhein-Emscher-Express (RE 3) von Düsseldorf über Dortmund nach Hamm, den Maas-Wupper-Express (RE 13) von Venlo über Düsseldorf und Wuppertal nach Hamm sowie Regionalbahnen in Ostwestfalen und im Münsterland.

Das Urabstimmungsergebnis soll nun der Bundesvorstand zeitnah bewerten. „Stellt der die Signale auf Grün, kann der Streik umgehend beginnen“, sagte die Bundesgeschäftsführerin der EVG, Cosima Ingenschay. „Für uns ist es nicht akzeptabel, dass es zu einer Ungleichbehandlung der Beschäftigten kommt, weil die Geschäftsleitung einen Tarifvertrag anwendet, der nur bestimmten Mitarbeitergruppen besser bezahlt.“ So etwas sei mit der EVG nicht zu machen. „Und deshalb werden wir nun streiken, bis uns ein verhandlungsfähiges Angebot vorliegt, dass auf unsere Forderungen eingeht“, sagte sie.

Eine Unternehmenssprecherin erklärte, Keolis sei als erstes privates Eisenbahn-Verkerhrsunternehmen dazu bereit gewesen, das Bahnmodell mit 36 Tagen Jahresurlaub zu übernehmen. Die EVG fordere aber neben einer Tariferhöhung um 7,5 Prozent die Umsetzung eines zweiten Wahlmodells, das auf 42 Urlaubstage hinauslaufe. „Vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels ist das überhaupt nicht darstellbar.“ Man sei sehr wohl bereit, ordentliche Tarifabschlüsse zu erzielen. Das habe die Einigung mit der konkurrierenden Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer gezeigt.

Das Unternehmen bereite sich nun auf die Streiks vor. „Wir werden versuchen, möglichst viele Folgen des Streiks durch Flexischichten aufzufangen. Zudem werden wir dort, wo es zu Ausfällen kommt, Schienenersatzverkehr anbieten.“ Sollten auch die Werkstätten von dem Ausstand betroffen sein, würde sich dies womöglich erst mit drei bis vier Wochen Verzögerung für den Kunden bemerkbar machen, weil sich die Arbeit dann aufstaue und Züge womöglich nicht einsatzfähig seien.

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