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Luxemburg: Euro-Inflation auf Vier-Jahres-Tief

Luxemburg : Euro-Inflation auf Vier-Jahres-Tief

Experten glauben aber, dass die Preise schon bald wieder anziehen werden.

Die Inflation in den 18 Euro-Ländern ist im März überraschend auf den niedrigsten Stand seit mehr als vier Jahren gesunken. Die jährliche Teuerungsrate betrug 0,5 Prozent, wie die Statistikbehörde Eurostat in einer ersten Schätzung mitteilte. So gering war der Preisauftrieb zuletzt im November 2009 gewesen. Im Februar hatte die Rate noch 0,7 Prozent betragen.

Grund für den Rückgang im März waren die Energiepreise, die erneut spürbar nachgaben. Sie sanken im Jahresvergleich um 2,1 Prozent. Zudem schwächte sich der Preisauftrieb bei Nahrungsmitteln, Alkohol und Tabak weiter ab. Auch industrielle Güter und Dienstleistungen verteuerten sich weniger stark als im Vormonat. Volkswirte verweisen zudem darauf, dass der Preisdruck in vielen angeschlagenen südeuropäischen Euroländern nachlässt.

Der EZB-Rat berät am Donnerstag in seiner monatlichen Sitzung über den Leitzins. Die meisten Ökonomen erwarten keine direkte Reaktion auf die neuen Inflationszahlen und keine Zinsänderung. Sie argumentieren, dass die Erholung der Wirtschaft im gemeinsamen Währungsraum vorankomme und damit auch die Preise wieder anziehen würden. "Wir gehen davon aus, dass der Monat März den Tiefpunkt der Inflation markiert", schreibt Volkswirt Marco Valli von der Bank Unicredit. Wegen der temporären Faktoren sei "eine politische Antwort der EZB am Donnerstag sehr unwahrscheinlich".

Die Commerzbank verweist darauf, dass allein wegen der Energiepreise die Inflationsrate im April wieder anziehen dürfte. Es gebe aber noch weitere Gründe: "Durch die späte Lage von Ostern in diesem Jahr werden vor allem die Preise für Pauschalreisen im April stärker steigen als im Vorjahr", schreibt die Commerzbank. Der Effekt des milden Winterwetters laufe zudem aus, da die Winterartikel abverkauft seien und die neue Sommerware mit höheren Preisen komme. Auch die Preise für frische Nahrungsmittel dürften sich spätestens im Mai wieder normalisieren. Die Commerzbank erwartet daher für die Euro-Zone im weiteren Jahresverlauf eine Inflationsrate von knapp einem Prozent.

(dpa)