Urteil des EuGH Reisende haben auch bei verspäteten Anschlussflügen Anrecht auf Entschädigung

Luxemburg · Auch wenn eine Reise aus mehreren Flügen besteht, haben Passagiere laut dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) ein Anrecht auf Entschädigung. Zwischen den Fluggesellschaften brauch es dafür keine besonderen rechtlichen Beziehungen.

Ein Flugzeug der Fluggesellschaft Turkish Airlines startet vom Flughafen in Berlin.

Ein Flugzeug der Fluggesellschaft Turkish Airlines startet vom Flughafen in Berlin.

Foto: dpa/Soeren Stache

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) stärkt Passagieren bei großer Verspätung ihres Flugs den Rücken. Fluggäste können auch dann eine Entschädigung fordern, wenn eine Reise aus mehreren Flügen besteht und diese von unterschiedlichen Gesellschaften durchgeführt wurde, wie die Richter am Donnerstag mitteilten.

Dafür müsse zwischen den Unternehmen keine besondere rechtliche Beziehung bestehen, solange ein Reisebüro die Flüge kombiniere, dafür einen Gesamtpreis in Rechnung stelle und ein einheitliches Ticket ausgebe.

Hintergrund ist ein Fall vor dem Bundesgerichtshof. Eine Reisende verlangt von American Airlines eine Ausgleichszahlung von 600 Euro, weil sie mit mehr als vier Stunden Verspätung in Kansas City ankam. Sie hatte ihren Flug mit Swiss von Stuttgart nach Zürich und von dort mit American Airlines nach Philadelphia sowie weiter nach Kansas City in einem Reisebüro gebucht. Die Verspätung entstand auf dem letzten Teilflug in den USA. Das Reisebüro hatte ihr für die Teilflüge einen Gesamtpreis berechnet und ein einheitliches Ticket gegeben.

(msk/dpa)
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