Straßburg EU: Ein Ladekabel für alle Handys

Straßburg · Ab 2017 müssen Mobiltelefone mit einheitlichen Ladegeräten ausgerüstet sein.

EU-Verbraucher können sich auf einheitliche Ladegeräte für Mobiltelefone ab 2017 einstellen. Das EU-Parlament stimmte gestern in Straßburg über eine entsprechende Gesetzesvorlage ab. Nun müssen Hersteller wie Nokia, Sony, Apple, Motorola und Samsung in drei Jahren einen einheitlichen Stecker für Handys, Tablets und Smartphones auf den Markt bringen.

Brüssel und die Hersteller hatten sich schon 2009 prinzipiell geeinigt. Doch dann dauerte alles länger als erwartet. Verbraucher sparen Zusatzkosten, wenn sie für ein neues Handy kein neues Ladegerät benötigen.

Nun obliegt es den Herstellern und den Beamten der Industriekommission, sich auf ein Ladegerät-Modell zu einigen. Das ist im Prinzip auch schon vor fünf Jahren geschehen, als der damalige Industriekommissar Günter Verheugen für ein einheitliches Ladegerät stritt. Damals einigten sich Hersteller in einer freiwillige Selbstverpflichtung auf austauschbare Ladegeräte. Die Erklärung beinhaltete, dass ein Mobiltelefon über zwei Schnittstellen verfügen soll, darunter eine USB-Schnittstelle. Letztere nutzen bereits viele Hersteller auch als Anschluss an eine Stromquelle. Das sorgt dafür, dass jedes Smartphone mit einem Micro-USB-Anschluss auch mit einem Ladekabel eines anderen Herstellers geladen werden kann. "Man kann im Prinzip jedes Handy mit jedem USB-Ladegerät laden", sagt Lutz Labs von der Fachzeitschrift "c't".

Apple hingegen hat seine iPhones noch nicht mit einem USB-Anschluss ausgestattet, sondern verbaut einen eigenen Anschluss. Zudem setzen Hersteller vor allem bei einfachen Handys noch immer viele verschiedene Stecker ein.

(RP)