Brüssel: EU: Deutschland soll Osteuropäern Jobs geben

Brüssel : EU: Deutschland soll Osteuropäern Jobs geben

Brüssel drängt Deutschland zur Öffnung seines Arbeitsmarktes für Jobsuchende aus Rumänien und Bulgarien. Sie benötigen hierzulande noch bis Ende 2013 eine Arbeitserlaubnis, weil die Bundesregierung bisher alle möglichen Fristen zum Schutz der heimischen Arbeitnehmer ausschöpft, wie insgesamt neun der 27 EU-Länder. Das ist der EU-Exekutive ein Dorn im Auge. "Die EU braucht einen dynamischen und integrierenden Arbeitsmarkt", betonte Sozial-Kommissar Laszlo Andor gestern bei der Vorstellung eines "Beschäftigungspaketes".

So sollen etwa Renten und Arbeitslosenhilfe ohne Hindernisse über Grenzen hinweg gezahlt werden. Posten im öffentlichen Dienst sollen mit Bewerbern aus anderen EU-Mitgliedstaaten besetzt werden können. Ein Onlineportal soll Jobsuchenden ab 2013 Karten mit den europaweit freien Stellen anbieten.

Andor will so die Rekordarbeitslosigkeit in Europa im Zuge der Schuldenkrise bekämpfen: Im Februar erreichte die Rate mit 10,2 Prozent ein Allzeithoch. Brüssel fordert als Reaktion eine Fülle von Maßnahmen von den Mitgliedsstaaten – darunter eine Senkung der Arbeitskosten, Kurzarbeit nach deutschem Vorbild sowie die Einführung "differenzierter" Mindestlöhne.

Der CDU-Europaabgeordnete Thomas Mann forderte, die Bundesregierung solle die Übergangsfrist für Arbeitnehmer aus Bulgarien und Rumänien bis Ende 2013 voll ausschöpfen: "Das deutsche Job-Wunder weckt Begehrlichkeiten."

(RP)
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