Düsseldorf: Eon schließt drei weitere Kraftwerke in NRW

Düsseldorf : Eon schließt drei weitere Kraftwerke in NRW

Betroffen sind die Standorte Gelsenkirchen, Dortmund und Bielefeld. Angeblich verlässt Eon auch Spanien und Italien.

Eon versucht seine Konzernkrise durch den weiteren Verkauf von Beteiligungen im Ausland zu bewältigen. Um das Stromgeschäft zu stabilisieren, fährt der Düsseldorfer Konzern gleichzeitig drei weitere Kohlekraftwerke runter. Dies hat einerseits das Ziel, unrentable Anlagen nicht mehr weiter zu betreiben und so Verluste zu vermeiden. Außerdem hofft Vorstandschef Johannes Teyssen, dass sich insgesamt langsam die Großhandelspreise für Strom wieder stabilisieren, wenn Eon wie RWE und andere Konzerne Überkapazitäten streicht.

Konkret will Eon zwischen Dezember des kommenden Jahres und dem ersten Quartal 2015 Kapazitäten in einem Volumen von rund 2500 Megawatt zusätzlich aus dem Markt nehmen. Europaweit hatte das Unternehmen bereits die Schließung von Anlagen mit Kapazitäten von 11 000 Megawatt angekündigt. Eon kann die Kraftwerke allerdings nur schließen, wenn die Bundesnetzagentur sie nicht als systemrelevant einstuft.

Die betroffenen Standorte befinden sich in NRW. Es sind drei Kraftwerksblöcke in Scholven bei Gelsenkirchen, das Kraftwerk Knepper bei Dortmund und das mit den Stadtwerken Bielefeld (33 Prozent) gemeinsam betriebene Kraftwerk in Veltheim. Für die insgesamt 350 Mitarbeiter wurde bereits ein Sozialplan vereinbart.

Gleichzeitig berichtet der "Spiegel", dass Eon sich wohl ganz aus Italien und Spanien zurückziehen wird. Das Unternehmen selbst bestätigte nur, dass man "ständig strategische Optionen" prüfe – ein Dementi ist das nicht. Wahrscheinlich hängt es auch von den möglichen Preisen ab, ob und welche Aktivitäten wirklich abgestoßen werden.

Die Südeuropa-Beteiligungen hatte Eon vor fünf Jahren für mehr als neun Milliarden Euro erworben. Der "Spiegel" berichtet, zum Verkauf stünden nicht nur Kohle- und Gaskraftwerke, sondern auch Erzeuger erneuerbarer Energien, darunter Wasserkraftanlagen in Italien, sowie Windparks und Solaranlagen in Spanien. Möglicher Interessent sei der französische Energieriese EDF.

(RP)
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