1. Wirtschaft

Düsseldorf: Eon plant den Verkauf der italienischen Tochter

Düsseldorf : Eon plant den Verkauf der italienischen Tochter

Der Stromversorger Eon trennt sich offenbar von seiner Tochter Eon Italia, die mit rund 1000 Beschäftigten zu den fünf größten Versorgern des Landes zählt. Das berichtet das "Handelsblatt" unter Berufung auf Konzernkreise. Ein Eon-Sprecher sagte, das Unternehmen prüfe ständig strategische Optionen, einschließlich des Geschäftes in Italien. Die Pläne seien noch in einem frühen Stadium, heißt es. In Branchenkreisen werde der potenzielle Kaufpreis auf mehr als zwei Milliarden Euro geschätzt.

Eon muss angesichts stark geschrumpfter Gewinne drastisch sparen und hat bereits zahlreiche Beteiligungen abgestoßen. Italien wiederum leidet stark unter der Wirtschaftskrise, die die Stromnachfrage drückt. Hinzu kommen höhere Steuerbelastungen und eine Verringerung der Vergütungen für Erneuerbare Energien.

Eon war 2007 unter Vorstandschef Wulf Bernotat mit großen Wachstumsplänen in Südeuropa eingestiegen. Bernotat hatte für 11,5 Milliarden Euro Beteiligungen in Spanien, Italien und Frankreich gekauft. Damals strotzte der Konzern vor Finanzkraft, der Kapitalmarkt sah den Verschuldungsgrad sogar als zu niedrig an. Eon wollte den spanischen Versorger Endesa übernehmen, unterlag aber dem italienischen Konkurrenten Enel im Bieterrennen und bekam nur Teile der Gesellschaften in Frankreich, Spanien und Italien. Am Ende musste der Konzern auf das südeuropäische Investment milliardenschwere Abschreibungen vornehmen.

Aber nicht nur in Italien und Spanien sind die sonnigen Zeiten für Eon mittlerweile vorbei. Das klassische Erzeugungsgeschäft bricht weg; mit konventionellen Kraftwerken kann Eon kaum noch Geld verdienen. Der Fokus bei den Investitionen verschiebt sich auf das Geschäft in Russland, der Türkei und Brasilien.

(dpa)