1. Wirtschaft

Eon erhöht trotz Flutschäden seine Gewinnprognose für 2021

Intelligente Stromablesegeräte kommen viel zu spät : Eon erhöht trotz Flutschäden seine Gewinnprognose

Der Stromkonzern Eon muss in den Flutregionen massive Schäden beseitigen. Der Vorstand drängt auf mehr Tempo bei der Energiewende. Intelligente Stromzähler sollen helfen, Ökostrom effizienter zu nutzen.

Obwohl die Flutkatastrophe auch den Energiekonzern Eon massiv getroffen hat, rechnet dessen Vorstand insgesamt mit besseren Geschäften als bisher erwartet. Der neue Konzernchef Leonhard Birnbaum erhöhte die  Prognose für das operative Ergebnis (Ebit) in diesem Jahr von bisher erwarteten 3,8 bis vier Milliarden Euro auf 4,4 bis 4,6 Milliarden Euro. Alleine im ersten Halbjahr lag das Ebit bei 3,2 Milliarden Euro. Der bereinigte Jahresüberschuss könnte demnach bei bis zu 2,4 Milliarden Euro liegen – bisher  hatte das Management maximal 1,9 Milliarden Euro vorhergesagt.

Spuren der Verwüstung hinterließ jedoch die Flutkatastrophe: 500 Netzstationen von Eon seien unter Wasser gewesen, berichtete Birnbaum. Jedoch sei es gelungen, dass von den anfangs 200.000 Menschen ohne Versorgung aktuell  nur noch 1000 Menschen ohne Strom seien. Der frühere Unternehmensberater rechnet damit, dass der Wiederaufbau der regionalen Stromnetze teilweise Jahre dauern könnte, weil das Unternehmen abwarten muss, wohin neue Häuser als Ersatz für zerstörte Immobilien kommen.

Die hohen Gewinne hängen auch mit dem kühlen Wetter im ersten Halbjahr zusammen. Außerdem profitiert Eon von einem Sondereffekt in der Kernenergiesparte, die abgewickelt wird. Insgesamt hatte das Bundesverfassungsgericht den Betreibern von Atomkraftwerken in Deutschland 2,4 Milliarden Euro an Entschädigung für den vorzeitigen Atomausstieg zugebilligt, davon profitiert Eon mit rund einer halben Milliarde Euro an Ergebnisbeitrag.

Birnbaum forderte von der Politik und der Bundesnetzagentur, dass sie den Umbau der Stromnetze besser unterstützen, damit die Energiewende vorankommt. Es sei „ein völlig falsches Signal“,  dass für künftige Verteilnetze nur eine Eigenkapitalrendite von 4,6 Prozent vorgesehen sei. Andere Industrieländer wie Norwegen, Österreich und Spanien würden ihren Stromkonzernen höhere Renditen zubilligen, um den Ausbau der Stromnetze zu fördern. Birnbaum: „Wir brauchen eine wettbewerbsfähige Verzinsung, wenn wir weiterhin in der Energiewende investieren wollen und das Innovationstempo dabei steigern wollen.“

  • Fressnapf-Geschäftsführer Hans-Jörg Gidlewitz, Unternehmensinhaber Torsten Toeller
    Wirtschaft in Krefeld : Fressnapf peilt drei Milliarden Euro Umsatz an
  • Diese Spielkombination mit Schaukeln auf dem
    Sanierungskonzept für Spielanlagen in Jüchen : Neue Geräte für acht Spielplätze
  • Hilfe aus Grefrath : Antonius-Schützen bringen 30.000 Euro nach Ahrweiler

Besonders ärgere ihn, dass das Unternehmen im Heimatmarkt erst um Jahre verspätet mit dem Verteilen von intelligenten, digitalen Stromzählern (Smart Metern) starten kann, weil die Genehmigung lange fehlte. Italien habe bereits 40 Millionen Geräte installiert, die es erlauben, Strom besonders günstig anzubieten, wenn es gerade viel Windstrom oder Solarstrom gibt. Dann können Besitzer von Waschmaschinen oder von E-Autos diese so programmieren, dass sie Strom nur nutzen beziehungsweise laden, wenn er günstig ist und auch im Überschuss vorhanden.