Essen: Energiewende belastet Trimet

Essen : Energiewende belastet Trimet

Der Aluminiumproduzent musste bereits zweimal seine Anlagen runterfahren.

Die Energiewende hat bei Deutschlands größtem Aluminiumhersteller Trimet Spuren hinterlassen: Zweimal war das Unternehmen im zurückliegenden Geschäftsjahr gezwungen, Produktionsanlagen herunterzufahren. Andernfalls hätte ein Blackout des Stromnetzes gedroht. Der Grund: eine Flaute. Denn die zunehmende Bedeutung von Windkraft macht sich in der Stabilität deutscher Stromnetze bemerkbar.

"Jeden Tag potenziert sich das Problem, und wir können nur hoffen, dass der Gau ausbleibt", sagte Heinz-Peter Schlüter, Eigentümer und Aufsichtsratschef der Trimet SE, mit Blick auf den wachsenden Anteil erneuerbarer Energien am Strommix. Trimet-Vorstandschef Martin Iffert fügte hinzu, die Abschaltung sei "eine Notlösung und eine für alle Beteiligten unglückliche Situation".

Die energieintensive Aluminiumproduktion ächzt allerdings nicht nur unter den Rahmenbedingungen, die ihr die Bundesregierung durch den Ausstieg aus der Kernkraft und die Forcierung erneuerbarer Energien auferlegt hat. Dass Schlüter das zurückliegende Geschäftsjahr als "schwierig" bezeichnete, dürfte insbesondere an den niedrigen Marktpreisen für sein Produkt liegen. Mehr als zehn Prozent lag der Aluminiumpreis unter dem Preis des Vorjahres.

Über mangelnde Auslastung konnte sich das Unternehmen hingegen nicht beschweren: "Was wir produzieren konnten, haben wir produziert und auch verkauft", sagte Vorstandschef Iffert bei der Vorstellung der Zahlen für das im Juni abgelaufene Geschäftsjahr 2013/14. Nach Abzug von Sondereffekten durch den Kauf zweier Werke in Frankreich blieb dem Unternehmen mit inzwischen rund 2700 Mitarbeitern im vergangenen Jahr gerade einmal ein Jahresüberschuss von 10,8 Millionen Euro - und das bei einem um 100 Millionen Euro höheren Umsatz von 1,28 Milliarden Euro. Die Umsatzrendite lag damit bei gerade einmal 0,84 Prozent.

Das Unternehmen blickt dennoch optimistisch in die Zukunft. Der Preis für Aluminium sei in den vergangenen drei Monaten um rund 20 Prozent gestiegen. Zudem seien die Auftragsbücher für das kommende Jahr nahezu komplett gefüllt, so Iffert.

Mit den zwei hinzugekauften Werken in Frankreich sei zudem der Einstieg in ein neues Geschäftsfeld getan worden - in das mit Aluminiumdrähten. Diese kämen vor allem bei der Stromerzeugung - etwa für Tiefseekabel oder Hochspannungsleitung - und in der Automobilindustrie zum Einsatz.

(RP)
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