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Düsseldorf: Düsseldorfs Daimler-Mitarbeiter fürchten Jobabbau

Düsseldorf : Düsseldorfs Daimler-Mitarbeiter fürchten Jobabbau

Im Mercedes-Werk in Düsseldorf könnte es erstmals zu einem Stellenabbau kommen. Der Autobauer prüfe derzeit, Transporter vom Typ Sprinter für den US-Markt in Übersee statt in NRW produzieren zu lassen, heißt es aus dem Betriebsrat. "Bei uns herrscht deshalb die Befürchtung, etliche hundert Arbeitsplätze könnten wegfallen", sagte ein Mitglied der Arbeitnehmervertretung in Düsseldorf. Zurzeit ist jedes achte Fahrzeug aus der Produktion in Düsseldorf für die USA beziehungsweise Kanada oder Mexiko bestimmt. Der Markt wächst überproportional. "Die USA sind mittlerweile nach Deutschland der zweitgrößte Absatzmarkt für unsere Sprinter. Grundsätzlich geht es uns darum, die Position des Sprinters auch in wichtigen Wachstumsmärkten weiter auszubauen", sagte Werksleiter Martin Kelterer im Gespräch mit unserer Zeitung. Gleichzeitig ist der Import von Nutzfahrzeugen in die USA schwierig, da das Land eine 25-prozentige Einfuhrsteuer erhebt. Damit dieser Schutzzoll umgangen werden kann, werden die Fahrzeuge nach dem Bau in Düsseldorf demontiert und in den USA wieder zusammengebaut, was kostspielig ist. Im vergangenen Jahr wurden ungefähr 23 000 Fahrzeuge nach Nordamerika geliefert.

Im Internet kursieren Meldungen, wonach 1200 Stellen gefährdet sind. "Es gibt keinerlei Entscheidungen über Personalmaßnahmen", betont dagegen Kelterer, "wir sind gerade in Abstimmungen mit dem Betriebsrat. Wir diskutieren verschiedene Szenarien für die zukünftige Produktionsstrategie." Das Ende der Kooperation mit VW habe keinen Einfluss auf die künftige Produktionsstrategie. Es werde in Düsseldorf weiter kräftig investiert.

Die IG Metall ist in großer Sorge wegen eines möglichen Stellenabbaus. "Das ist eine Zäsur, das erste Mal, das ein Autobauer wegen der Internationalisierung Stellen in Deutschland abbauen könnte", sagte Düsseldorfs IG-Metall-Chef Nihat Öztürk. Die Belegschaft dürfe nicht verunsichert werden. Heute wird die Geschäftsleitung die 6500 Mitarbeiter in einer vorgezogenen Betriebsversammlung über die Szenarien informieren.

(RP)