Hightech-Spielzeug Fünf Drohnen-Modelle im Vergleich

Düsseldorf · Digital gesteuerte Drohnen mit integrierter Kamera liegen im Trend als Hightech-Spielzeug. Wir stellen fünf Geräte vor, eines erlaubt einen ganz besonderen Blick auf die Landschaft.

 Drohnenaufnahmen sind besonders in den Sozialen Medien beliebt.

Drohnenaufnahmen sind besonders in den Sozialen Medien beliebt.

Foto: dpa/Silas Stein

Wie gut sind per GPS gesteuerte Drohnen? Im Ukraine-Krieg zeigen sie ihre technische Stärke. Das ukrainische Militär setzt mittlerweile sogar eine digital gesteuerte Riesendrohne ein, die eine ganze Gruppe an kleineren Modellen einen Teil der Strecke transportieren, bevor diese einzeln für einen Angriff oder eine Erkundungsmission weiterfliegen.

In Deutschland sind rein zivile Kameradrohnen beliebt im aktuellen Weihnachtsgeschäft. Sie liefern tolle Bilder und Videos aus der Vogelperspektive, sie können Fahrräder oder andere Fahrzeuge mit einer Automatikfunktion während der Fahrt „verfolgen“ und aufnehmen, vier Rotoren, von Akkus betrieben, sichern per GPS-Ortung die Rückkehr zum Startpunkt. Das Gewicht hält sich mit unter 250 Gramm bis hin zu etwas mehr als einem Kilogramm in Grenzen – bei Tiktok und Instagram sind viele der Aufnahmen zu sehen.

Wir stellen fünf Drohnen vor, wobei nur klar ist, welches Gerät wohl die Nummer Eins ist: Stiftung Warentest gab der Drohne DJI Air 2S vor mehr als einem Jahr bereits die Bestnote 1,3, bei einem Vergleich der „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ errang das 590 Gramm schwere Fluggerät des aus China kommenden Weltmarktführers DJI ebenfalls den besten Platz, bei „Chip“ reichte es für Platz 4, bei „Computerbild“ für Platz 7. Im Schnitt hat keine andere Drohne so gute Noten erhalten. Dabei ist der Preis von einst rund 1000 Euro auf nur noch rund 800 Euro gefallen, speziell die Kamera wird von Stiftung Warentest als sehr gut bewertet, ebenso die Flugfunktion. Dank Sensoren umfliegt die Drohne automatisch Hindernisse, die App zeigt Verbotszonen an, die Kamera mit großem Bildchip kann Motive automatisch im Bild behalten, wenn der Nutzer diese einmal auf dem Smartphone markiert hat. Ärgerlich ist nur, dass die Android-App laut Stiftung Warentest aufwendig von der DJI-Website installiert werden muss wie anscheinend bei allen DJI-Drohnen.

Als zweite Option stellen wir die DJI Magic 3 vor. Die FAZ lobt die ausgezeichnete Kamera und die „exzellente Foto- und Videoqualität“ sowie die perfekte Flugfunktion, bei „Computer-Bild“ reicht es auch dank langer Flugzeit von 41 Minuten für Platz 2 im Gesamtvergleich, bei Stiftung Warentest wurde das relativ neue Fluggerät noch nicht verglichen, bei „Chip“ erhält die Videoqualität die Note 1,0. Allerdings wird allgemein moniert, dass der Preis von mindestens 2000 Euro schon heftig ist.

Dabei muss gesehen werden, dass die Nutzer für Drohnen ab einem Gewicht von 250 Gramm den kleinen Drohnen-Führerschein besitzen müssen (EU-Kompenznachweis A1/A3), der als Online-Test beim Luftfahrtbundesamt (LBA) absolviert werden kann. Besonders schwer ist es nicht, die 25 Euro teure Prüfung zu bestehen: Man muss nur bei mindestens 30 der 40 Fragen die richtigen Antworten ankreuzen, die Prüfung kann wiederholt werden. Das Lernmaterial kann logischerweise während der Prüfung eingesehen werden, weil sie von zu Hause aus absolviert werden kann. Jeder Pilot muss sich beim LBA registrieren lassen, sofern die Drohne eine Kamera hat. Eine Haftpflichtversicherung muss abgeschlossen sein, wobei es laut Stiftung Warentest reicht, wenn die private Haftpflichtversicherung Drohnenschutz hat. Die HUK Coburg erklärt, bei neueren Haftpflichtversicherungen sei eine rein private Drohnennutzung oft versichert, bei älteren eher nicht. Die Nutzer sollten ihre Versicherung im Zweifelsfall überprüfen.

Als „beste Einsteigerdrohne“ lobt „Computer-Bild“ die DJI Mini 3 Pro, die FAZ schreibt von der „besten Minidrohne“ Weil sie nur 249 Gramm wiegt, ist kein Drohnenführerschein nötig, der Preis in Höhe von rund 650 Euro hält sich in Grenzen. Wie die großen Brüder hält auch die Mini-Drohne Abstand zu Hindernissen. Selbst bei etwas Wind kommt die Mini-Drohne anscheinend nicht vom Weg ab.

Ein Erlebnis der besonderen Art beschert die Parrot Anafi FPV. Das Kürzel FPV bedeutet „First Person View“, womit gemeint ist, dass der Nutzer die Sicht aus der Drohne direkt in eine Brille eingeblendet bekommt, die ihre Daten wiederum vom in die Brille eingehängten Smartphone erhält. Um Unfälle zu vermeiden, muss eine zweite Person beim Benutzen der Drohne dabei sein, weil der Träger der etwas klobigen digitalen Brille sich ja darauf konzentriert, die Umgebung aus der Vogelperspektive zu betrachten. Allerdings ist auch möglich, die Anafi mit einer konventionellen Fernsteuerung zu lenken, die Flugeigenschaften und auch die Kamera sind gut. Ärgerlich ist, dass es rund 100 Euro Aufpreis kostet, dass die Drohne einem definierten Objekt automatisch folgt („Follow-me-Funktion“).

Allen Drohnen-Interessenten sei geraten, die Quadrocopter erst einmal weit weg von Menschen auf dem offenen Feld auszuprobieren. Dabei kann auch getestet werden, wie die Drohne reagiert, wenn sie einmal den Kontakt zur Steuerung verliert. Meistens fliegt sie dann automatisch an den Startpunkt zurück.

Bilder und Videos werden in der Regel auf Speicherkarten gesichert. Beim Üben sollte man auch lernen, dass die Drohne spiegelbildlich gesteuert werden muss, wenn sie in Richtung von einem selbst fliegt. Steuert die Drohne direkt auf einen zu, führt eine Bewegung des Steuerknüppels nach rechts dazu, dass das Gerät aus der Sicht des Piloten nach links fliegt.

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