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Drei neue Bahnstrecken in NRW - zwei kommen in die Nähe von Düsseldorf

Schiene soll vorrangig Lkw-Verkehr ersetzen : Drei neue Bahnstrecken in NRW - zwei bei Düsseldorf

Bund und Land NRW wollen mehr stilgelegte Eisenbahnstrecken reaktivieren, um die Umwelt zu schonen. Drei Projekte kommen nun nach NRW.

Die Deutsche Bahn hat 20 Projekte vorgestellt, bei denen frühere Eisenbahnstrecken wieder aktiviert werden sollen oder könnten. Drei davon sind im Rheinland, zwei davon konkret im Raum Düsseldorf. Es handelt sich erstens um eine Route vom Duisburger Hauptbahnhof nach Düsseldorf Rath, die auch Ratinger Weststrecke genannt wird. Hier fahren aktuell nur Güterzüge, es sollen Personenzüge mit einem weiteren Gleis hinzukommen. Dieses Projekt ist laut Bahn in der Planungsphase. Zweitens wird eine Strecke bei Düsseldorf-Lierenfeld reaktiviert, die ab dem Abzweig Berg losgeht. Der Betrieb soll laut Bahn 2030 beginnen. Und drittens geht es um die Walsumbahn, die von Wesel nach Oberhausen geht, ein Projekt, das der VRR mit mehreren Kommunen schon länger vorbereitet. Güterzüge fahren da schon, aber durch einen Ausbau soll auch Personenverkehr wieder starten.

Alle drei Vorhaben wurden bereits früher gelegentlich öffentlich diskutiert .Neu ist, dass die Bahn sie nun in eine bundesweite Strategie zur  Reaktivierung von früheren Strecken integriert. „Jeder Kilometer Gleis ist aktiver Klimaschutz“, sagt DB Netz Vorstand Jens Bergmann. Auch NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst (CDU) hatte sich mehrfach dafür ausgesprochen, frühere Bahnstrecken wieder zu nutzen, wenn so unter anderem Lastwagenverkehr durch Güterzüge ersetzt werden könnte oder wenn so neue Linien für Personenzüge möglich wären.

Bei den Strecken geht es bundesweit um eine Länge von 245 Kilometern. Bei den Routen handelt es sich um einen ersten Teil zuvor stillgelegter Trassen, auf denen künftig wieder Personen- oder Güterverkehr stattfinden soll. Ein Expertenteam der Bahn hatte in den vergangenen Monaten ein Streckenportfolio in ganz Deutschland mit insgesamt rund 1.300 Kilometern Länge ermittelt, für das verkehrliches Potenzial besteht. Bei einem Großteil lohnt sich bei Abwägung von Kosten und Nutzen die Wiederinbetriebnahme.

"Es ist gut, dass die Bahn solche Projekte vorantreibt Das Land NRW spielt da als Antreiber eine wIchtige Rolle, weil es Betriebskosten teilweise übernimmt“, sagt Lothar Ebbers, Pressesprecher des Passagierverbandes Pro Bahn NRW.