Düsseldorf: Douglas will jünger und hochwertiger sein

Düsseldorf: Douglas will jünger und hochwertiger sein

Konzernchefin Tina Müller verordnet dem Parfümeriekonzern ein Schönheitsprogramm.

Douglas-Chefin Tina Müller will den Parfümeriekonzern hochwertiger positionieren und stärker als bisher auf jüngere Kunden ausrichten. Und natürlich soll auch der digital Bereich weiter wachsen. "Das Geschäft ist komplexer geworden durch die Online-Konkurrenz", sagt Müller.

Online bestellte Waren noch am selben Tag gegen Aufpreis ausgeliefert bekommen (wird derzeit in Frankreich getestet), eine Beauty-Service-Plattform, die man auch für andere Anbieter öffnet, sich unmittelbar vor der Verabredung abends noch das Make-up bei Douglas richten lassen, neue Ladentypen wie Kosmetik-Stores, stärkere Verzahnung von Schönheit und Gesundheit in der Angebotspalette - all das schwebt Tina Müller vor.

"Wir wollen mehr Innovation und Qualität bieten", formuliert die Managerin. Was vermutlich auch heißt, weniger Rabatte als in der Vergangenheit zu bieten. Von Premium-Anspruch ist die Rede, der sich oberhalb von Drogerien und Discountern orientieren soll. Ganz oben in der Zielgruppe stehen die "Millennials", die junge Generation, die das Geschäft mit Kosmetik- und Schönheitsprodukten gewaltig anschiebt und die natürlich als Kundschaft erhalten bleiben soll, wenn sich erste Falten zeigen. Im Online-Geschäft liebäugelt Douglas mit Zukäufen, um das Wachstum anzutreiben, für neue Ladenlokale gibt es hingegen wohl kaum weiße Flecken.

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Das Schönheitsprogramm kostet natürlich einiges. Rechnet man Zahlen aus vergangenen Jahren hoch, würde Douglas in nächster Zukunft vermutlich jeweils einen niedrigen dreistelligen Millionenbetrag investieren. Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2017/18 ist der Umsatz dank Zukäufen in Italien und Spanien um knapp 15 Prozent auf 1,14 Milliarden Euro gestiegen. Beim Vorsteuergewinn (Ebitda) legte Douglas von 166 Millionen auf 183 Millionen Euro zu.

Am Ende steht natürlich der Wunsch nach ausreichend Profitabilität - auch mit Blick auf den Finanzinvestor CVC, den größten Vertreter im Eigentümerkreis. Das Unternehmen hält seit knapp drei Jahren etwa 85 Prozent der Anteile, der Rest liegt bei der Douglas-Gründerfamilie Kreke. Nach den Usancen der Finanzinvestoren-Sparte könnte CVC sich in drei bis vier Jahren von Douglas trennen wollen. Dann wäre eine Rückkehr an die Börse denkbar. Und dafür kann man gar nicht hübsch genug sein.

(RP)