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Frankfurt: Diskussion um Deutsche-Bank-Boni

Frankfurt : Diskussion um Deutsche-Bank-Boni

Die Obergrenze soll erhöht werden – oder das Grundgehalt könnte steigen.

Die Deutsche Bank will die Obergrenze für Boni auf das Doppelte erhöhen. Damit will sie die neuen rechtlichen Vorgaben zur Begrenzung von Bonuszahlungen voll ausschöpfen. Bei der Hauptversammlung am 22. Mai sollen die Aktionäre abstimmen, ob die Bank die Obergrenze für variable Gehaltsbestandteile verdoppelt.

Folge der Neuregelung seien nicht automatisch höhere Bonuszahlungen, sagte ein Sprecher der Bank. Der Konzern wolle sich angesichts neuer EU-Regeln mehr Flexibilität verschaffen. Die neuen Regeln schreiben Banken vor, dass Boni für einen Mitarbeiter maximal so hoch sein dürfen wie dessen Grundgehalt. Dieses Verhältnis darf erhöht werden, wenn die Hauptversammlung dies ausdrücklich beschließt.

Die Zustimmung der Aktionäre gilt als Formsache. Die Alternative wäre eine Erhöhung der Fixgehälter der Führungskräfte, wenn deren Gesamtvergütung nicht sinken soll. Höhere Grundgehälter lehnen viele Großaktionäre aber ab, da dies Spielräume nimmt, Personalkosten kurzfristig zu senken.

Sollte die Bank mit ihrem Vorschlag bei den Aktionären dennoch nicht durchkommen, gibt es nach Informationen der Zeitung "Die Welt" einen "Plan B" als Beschlussvorlage für den Aufsichtsrat. Dieser sehe vor, die Grundgehälter der Vorstände um mehr als ein Drittel anzuheben, wenn im Gegenzug der bisherige Bonus sinke.

Konkret würde das bedeuten, dass die Manager in schlechten Jahren deutlich mehr verdienen würden als bislang.

Für 2013 kassierten die Vorstandschefs Anshu Jain und Jürgen Fitschen insgesamt je rund 7,5 Millionen Euro, davon 2,3 Millionen Euro als Grundgehalt und den Rest als erfolgsabhängige Boni. Bei den übrigen Vorstandsmitgliedern war der Bonusanteil an der Gesamtvergütung noch höher.

(dpa)